Kreis behält alle Anteile am Klinikum

MÄRKISCHER KREIS - „Es gibt keinerlei Ambitionen von Seiten des Gesellschafters, sich von Anteilen an den Märkischen Kliniken zu trennen. Der Kreis bleibt einziger Eigentümer“, stellte gestern Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Seidel heraus.

Vor dem Aufsichtsrat hatte Dr. Bernhard Schwilk, medizinischer Geschäftsführer der Kliniken, nach Informationen vorgeschlagen, über einen Verkauf der Anteile bis zu einer Höhe von 49 Prozent an einen privaten Krankenhausbetreiber wie Sana nachzudenken, um für die kommenden Jahre die Eigenkapitalquote zu stärken. Das aber wurde vom Aufsichtsrat kategorisch abgelehnt. Tatsache aber ist, dass das Krankenhaus-Geschäft zunehmend schwieriger wird. Seit 2005 legte der Konzern nur zwei Mal ein positives Ergebnis vor: 2008 lag der Überschuss bei 1,3 Millionen Euro, 2009 waren es 718 000 Euro. Im vergangenen Jahr lag das Minus bei 1,6 Millionen Euro. Auch für dieses Jahr rechnet Seidel mit einem roten Ergebnis.

Da sich das Land vollständig aus der Krankenhaus-Finanzierung zurückgezogen habe, müsste alles aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die beiden letzten großen Umstrukturierungsprozesse gingen dem Ende entgegen. Da ist zum einen der Umzug der Kinder- und Jugendpsychiatrie von der Hohfuhrstraße nach Hellersen. Morgen wird das Gebäude offiziell eingeweiht. Zum anderen schreitet der Bau der Komfortklinik zügig voran. Hier sollen vor allem zahlungskräftige Patienten behandelt werden. Trotz des schwierigen Umfeldes gebe es bei den Märkischen Kliniken keinen Investitionsstau wie in anderen Häusern, so Seidel. „Bei uns ist alles auf dem neuesten Stand.“

Dass es bei der Kostenstruktur längst um mehr als um Betten, Tabletten und Spritzen geht, zeigt das Energie-Engagement der Kliniken mit der Widi. Mittlerweile liegen in den Märkischen Kliniken die Aufwändungen für Strom, Gas und Wasser pro Fall über denen für Medikamente. Ein Blockheizkraftwerk auf dem Campus Hellersen ist seit Anfang des Jahres im Dauerbetrieb. - be

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