Aus für Krankenhaus im MK: Jetzt soll die Stadt übernehmen

+
Wird das Marienhospital in den Konzern Stadt integriert? Die Iserlohner SPD will das prüfen lassen.

Märkischer Kreis  - Gibt es noch eine Chance für das Marienhospital in Iserlohn-Letmathe, nachdem der Kreistag vor knapp einer Woche mit Mehrheit in geheimer Abstimmung das Aus zum Jahresende beschlossen hat? Die Iserlohner SPD will die Übernahme des Krankenhauses in die städtische Regie prüfen lassen.

Die Genossen wollen nicht hinnehmen, dass in dem 90-Betten-Haus, das noch zum Konzern-Verbund der Märkischen Kliniken gehört, in wenigen Monaten für immer die Lichter ausgehen. Einen Vorstoß unternimmt die Fraktion offiziell in der nächsten Ratssitzung in der kommenden Woche. 

Die SPD belässt es nicht bei einem bloßen Vorschlag, sondern legt zugleich einen umfangreichen Beschlussvorschlag vor, der sich aber allein auf den Prüfauftrag beschränkt. Zur Weiterführung soll die Stadt die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) untersuchen. 

Die Stadt solle zwar als Mehrheitsgesellschafterin auftreten, aber offen sein für weitere Teilhaber aus der Bürgerschaft, der Belegschaft oder privaten Unternehmen. Das müsse in enger Abstimmung mit dem Seniorenzentrum, dem Hospiz Mutter Theresa und dem Dialysezentrum geschehen, so die Fraktion. Diese Einrichtungen sind nicht von dem Kreistagsbeschluss betroffen und werden deshalb auch wie bisher weiter betrieben. 

„Über die Übernahme und die Finanzierung der notwendigen Investition ist zu verhandeln“, erklärt Michael Scheffler, SPD-Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister. Mit dem Land sollen Gespräche über eine Landesbürgschaft aufgenommen werden. Auch die Stadt könne unter Umständen eine Sicherheitsleistung abgeben. „Das muss ebenfalls geprüft werden.“ Notwendige bauliche Maßnahmen sollten aus Sicht der Fraktion die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft vorbereiten und gegebenenfalls umsetzen. 

Prüfaufträge und Verhandlungen mit der Landesregierung führen erwartungsgemäß nicht über Nacht zu einem Ergebnis. Deshalb müsse die Stadt Iserlohn Landrat Thomas Gemke und Dr. Thorsten Kehe als Geschäftsführer der Märkischen Kliniken um einen Aufschub der Schließung über den Jahreswechsel hinaus bitten. 

Da der Märkische Kreis als bisheriger Träger des Krankenhauses nicht willens sei, den Betrieb fortzusetzen, die Stadt aber an der ortsnahen Versorgung in Letmathe und Umgebung festhalten möchte, sei eine Übernahme in den Konzern Stadt die einzige Zukunftsperspektive, unterstreicht Scheffler.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare