Konjunkturumfrage der SIHK

Südwestfälische Firmen optimistisch ins neue Jahr

Dr. h. c. Hans-Peter Rapp-Frick (links) stellte am Montag die aktuelle Konjunkturumfrage der SIHK bei 219 Unternehmen vor.

Südwestfalen - Sinkende Ölpreise, ein schwacher Euro und eine steigende Kaufkraft beflügeln die südwestfälische Wirtschaft. „Die Unternehmen starten mit gedämpftem Optimismus ins Jahr“, fasste Dr. h. c. Hans-Peter Rapp-Frick, Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), die aktuelle Konjunkturumfrage bei 219 Unternehmen zusammen.

von Bernd Eiber

Die noch im Herbst vorherrschende Skepsis sei trotz der Risiken durch die weltweiten Krisenherde verflogen. Probleme vor der eigenen Haustür wirkten sich viel gravierender aus: Als „Investitionskiller“ bezeichnete Rapp-Frick die drohende Erhöhung der Netzentgelte wegen der „Inselstromlage“.

Im Märkischen Südwestfalen notierte der IHK-Konjunkturklimaindex mit 123 Punkten (von max. 200) 20 Punkte über dem Niveau vom September 2014. Zur großen Ansicht hier klicken.

„Trotz einiger Unwägbarkeiten ist bei gut laufenden, aber schwieriger werdenden Geschäften Skepsis nicht angebracht“, betonte Rapp-Frick. Das gute Klima spiegele sich im Konjunkturindex wider. Der zeige sich gegenüber dem Einbruch auf 103 Punkte im Spätsommer vergangenen Jahres mit aktuell 123 von maximal 200 Punkten deutlich erholt.

Platz 1 in NRW und Platz 3 auf Bundesebene

Einmal mehr stellte die südwestfälische Industrie ihre Spitzenposition auf Landes- (Platz 1) und Bundesebene (Platz 3) heraus. Trotz aller Turbulenzen verbuchte die heimische Wirtschaft bis Ende November einen Umsatzanstieg von drei Prozent und lag damit deutlich über dem Durchschnitt in NRW (minus 0,8 Prozent) und im Bund (plus 1,8). Rapp-Frick: „Als Wachstumsbeschleuniger erwiesen sich die Automobilzulieferanten, die Metall verarbeitenden Betriebe sowie der Maschinenbau und die Elektroindustrie.“ Sowohl die Beurteilung der Lage als auch die Erwartungen hätten „eine sehr erfreuliche Entwicklung für die Region“ genommen. Auf dem Arbeitsmarkt erwartet die Kammer keine gravierenden Änderungen.

Belebung des Binnenmarktes

Fallende Benzinpreise in Verbindung mit einem Reallohnplus sorgten zugleich für eine Belebung des Binnenmarktes. „Die verbesserte Einkommenssituation hat endlich den Konsum angestoßen. Die Kauflaune der Verbraucher stimmt den Handel für die kommenden Monate positiv.“ Während bislang der Export im Rampenlicht gestanden habe, so Rapp-Frick, bliebe jetzt auch den Privathaushalten mehr Geld für Anschaffungen übrig.

Geringe Investitionsneigung

Sorge bereiten dem Hauptgeschäftsführer dagegen die geringen Investitionsneigungen der Unternehmen. „Das müsste ganz anders aussehen.“ Doch wegen der Ungewissheit über die künftigen Energiekosten in Südwestfalen gebe es in größeren Unternehmen bereits Verlagerungen ins Ausland. Während dort technologisch aufgerüstet werde, bliebe es in dieser Region lediglich bei Ersatzmaßnahmen. „Die modernsten Maschinen stehen in anderen Ländern.“ Auch bei Forschung und Entwicklung suchten die heimischen Betriebe Standorte außerhalb Deutschlands.

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