Konjunktur hat beinahe Hochsommer

ISERLOHN ▪ Mag das Wetter draußen auch ungemütlich sein: „Das konjunkturelle Thermometer in der heimischen Metall- und Elektroindustrie steht beinahe auf Hochsommer.“ So kommentiert Horst-Werner Maier-Hunke, Vorsitzender des Märkischen Arbeitgeberverbandes (MAV), in Iserlohn die Ergebnisse der alljährlichen Konjunkturumfrage des Verbandes. Mit großem Optimismus und deutlich verbesserten Erträgen sind die Firmen ins neue Jahr gestartet.

135 der etwas mehr als 300 Mitgliedsunternehmen im Verbandsgebiet – im Märkischen Kreis gehören Iserlohn, Hemer, Menden, Balve, Altena, Werdohl, Neuenrade, Nachrodt-Wiblingwerde, Plettenberg dazu – haben die aktuelle und erwartete Situation eingeschätzt. „Und die ist deutlich besser, als wir uns das vor einem Jahr vorgestellt haben“, so Maier-Hunke. Gut ein Drittel der befragten Firmen rechnet mit besseren und mehr als die Hälfte mit gleich guten Geschäften. Nur 14 Prozent glauben, dass es 2011 gleich schlecht oder schlechter wird. Im Vorjahr waren noch 55 Prozent so pessimistisch. Jetzt bewerten fast 90 Prozent der Firmen die Auftragslage als besser werdend oder gleichbleibend gut.

Auch die Ertragslage hat sich spürbar verbessert. 56 Prozent der Befragten bewerten sie als befriedigend, 30 Prozent als gut. Gerechnet wird mit einer durchschnittlichen Umsatzrendite von drei Prozent – deutlich mehr als 2009 (fast Null), aber noch immer rund ein Drittel unter dem Vorkrisenniveau.

Den entscheidenden Beitrag zum Aufschwung habe der Export gebracht, meint Maier-Hunke. Dort aktive Firmen gehe es deutlich besser als beispielsweise dem Bausektor, der noch nicht so gut da stehe. Auf der anderen Seite sei die Beständigkeit des Auslandsgeschäfts auch eins der Risiken in der Zukunft. Wachsende Rohstoffpreise und die Entwicklung des Euros seien weitere, während die Lohnkosten in vielen Branchen derzeit nicht die wichtigste Rolle spielten.

Die Möglichkeiten der Kurzarbeit und der flexible Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie hätten sich im vergangenen Jahr sehr positiv ausgewirkt, bilanzierte der MAV-Vorsitzende. Das ist auch für die Beschäftigten spürbar. Nur zwei Prozent der befragten Unternehmen planen Entlassungen, acht Prozent Kurzarbeit. 27 Prozent der Firmen wollen neu einstellen. In jedem zweiten Unternehmen können sich die Mitarbeiter zudem über eine vorgezogene Tariferhöhung freuen. Und in 53 der 135 befragten Betriebe gibt es eine Sonderzahlung.

Unverändert hoch ist die Ausbildungsbereitschaft. „Da müssen wir noch etwas zulegen“, fordert Maier-Hunke aber weitere Anstrengungen in Aus- und Weiterbildung ein. - higo

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