Klopapier-Hamsterkäufe: Darum fürchtet  Ruhrverband  Feuchttücher

+
Völlig verstopft: Ein so genannter Verstopfungszopf entsteht, wenn Feuchttücher in die Pumpen der Kläranlage gelangen.

Altena – Klopapier ist derzeit in vielen Supermärkten Mangelware. der Ruhrverband fürchtet deshalb, dass viele zum Feuchttuch greifen. Das könnte große Probleme bereiten.

Egal ob im Homeoffice, wegen Kurzarbeit oder wegen des Kontaktverbots: In Folge des Coronavirus verbringen mehr Menschen mehr Zeit zu Hause als sonst. Regelmäßig sollen die Hände gewaschen werden, um das Risiko für eine Übertragung zu reduzieren. 

Wirkt sich das auf den Frischwasserverbrauch aus? Nur bedingt, sagt Ralf Berlet, Leiter für Versorgungsnetze bei den Stadtwerken Altena. „Wir können nicht feststellen, dass sich der Gesamtverbrauch signifikant erhöht hat.“ Konkrete Zahlen würden ihm aktuell aber nicht vorliegen. 

Industrie gleicht Verbrauch aus

Grundsätzlich sei aber zu vermuten, dass sich ein geringfügiger Wasserverbrauchsanstieg bei den Privathaushalten die Waage halte mit einem Verbrauchsrückgang in Industrie- und Handwerksbetrieben. Gerade in den Industriegebieten sei nach Berlets Eindruck merklich weniger los. „Man merkt das gerade morgens und im Feierabendverkehr.“ 

Auch sonst stellt er fest, dass in der Burgstadt das öffentliche Leben ruht. Das Schwimmbad muss geschlossen bleiben und verbraucht daher ebenfalls weniger Wasser. Insbesondere deshalb, weil kein Austauschwasser für die Schwimmbecken benötigt wird. 

Um die Abwasseraufbereitung kümmert sich indes der Ruhrverband, der auch die Kläranlage in Altena betreibt. Sprecher Markus Rüdel sagt, dass man auch beim Abwasser keine größeren Anstiege feststellen könne. Allerdings sei auch schwierig nachzuhalten, ob es sich um verbrauchtes Frischwasser oder um Regenwasser handelt, das in die Kläranlagen fließt. 

Verstopfung der Pumpen

Ein Thema bei der Wasseraufbereitung, das momentan zunehmend Bedeutung bekommt, ist das Toilettenpapier. Weil Hamsterkäufer die Bestände in Supermärkten regelmäßig leer kaufen, befürchtet der Ruhrverband, dass die Menschen vermehrt auf Feuchttücher ausweichen. Diese zersetzen sich aber in der Kanalisation schlechter. 

Im Gegensatz zu Toilettenpapier oder Haushaltsrolle beinhalten sie Textilfasern, die sich „verknoten und reißfeste Verzopfungen bilden können“, wie Rüdel erklärt. Verstopfungen der Pumpen in den Kläranlagen seien die Folge. Aber: „Unsere Anlagen laufen stabil“, betont Rüdel. Bislang haben sich diese Befürchtungen nicht bewahrheiten.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare