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Klinikum-Defizit liegt bei 5,7 Millionen Euro

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MÄRKISCHER KREIS – Die finanzielle Lage der Märkischen Kliniken war am Donnerstag Thema im nichtöffentlichen Teil des Kreisausschusses. Wegen des öffentlichen Interesses gab es im Anschluss dann doch eine Presseerklärung:

„Geschäftsführer Dr. Bernhard Schwilk berichtete, das Jahresergebnis 2011 weise für das Klinikum Lüdenscheid einen Fehlbetrag von 5,7 Millionen Euro aus, für den Konzern ergibt das ein Defizit von 3,x Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechne die Unternehmensleitung mit deutlich besseren Ergebnissen. In der Hochrechnung – Stand heute – wird im Plan für 2012 ein Fehlbetrag von 1,4 Millionen Euro für das Klinikum Lüdenscheid erwartet. Im Konzern ergibt das, nach heutigem Stand, voraussichtlich eine ,schwarze Null’.

Es gebe gleichwohl Handlungsbedarf bei den Märkischen Kliniken. Unter anderem werde von der Geschäftsführung ein Sanierungskonzept erarbeitet, an dem auch die Unternehmensberatung Roland Berger beteiligt werde. Ziel ist es, die wirtschaftliche Situation der Kliniken auf Dauer zu verbessern.

Im Laufe der Kreisausschuss-Sitzung erneuerten die Kreispolitiker ihr Bekenntnis zur qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung, zu den Märkischen Kliniken und lobten das Engagement der Belegschaft. Es ist geplant, im Juni im Kreistag über einen Betreuungsakt die Voraussetzung für eine Bürgschaft zu schaffen und zu nutzen.“

Auf insgesamt 28 Folien erläuterte Dr. Schwilk dem Kreisausschuss die Gründe für das Defizit – die reichen vom Einsatz von Honorarärzte (3,1 Millionen Euro) bis zum Wegbrechen der Zivildienstleistenden (rund 580 000 Euro). Vermisst wurde hingegen von Teilnehmern eine Aufklärung darüber, wie es zu einer solchen Verlustanhäufung innerhalb weniger Wochen kommen konnte. So sei im Kreisausschuss am 8. Dezember noch ein Minus von 1,5 bis zwei Millionen Euro prognostiziert worden, das sich dann innerhalb von drei Monaten verdreifacht habe.

Auf Vorschlag des Betriebsrates wird in diesem Jahr das bei den Beschäftigten so beliebte Betriebsfest nicht stattfinden. Im Internetauftritt der Kliniken ist unter dem Link Stellenbörse zu lesen: „Wenn Sie sich für uns als Arbeitgeber entscheiden, können Sie besondere Zusatzleistungen erwarten, denn wir sehen unsere Mitarbeiter als das eigentliche ,Kapital’ unserer Krankenhäuser.“ Zu den Leistungen zählte auch das Sommerfest. Bei rund 3000 Beschäftigten in der Gesellschaft kam immer eine stattliche Zahl von Feiernden zum Plausch zusammen. Der fällt jetzt aus. – pmk/be

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