Klinik-Gutachten zur weiteren Entwicklung

MÄRKISCHER KREIS ▪ Kreisausschuss und Kreistag wollen sich voraussichtlich in den März-Sitzungen mit der wirtschaftlichen Seite und den strategischen Zielen der Märkischen Kliniken auseinandersetzen. Die sind seit der defizitären Entwicklung der vergangenen Jahre und der massiven Kritik des ehemaligen Klinikdirektors Prof. Dr. Gerfried Giebel an Geschäftsführer Dr. Bernhard Schwilk und den internen Abläufen in Hellersen in der Diskussion.

Ein Grundpfeiler der weiteren Debatte ist das Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger über die strategische Weiterentwicklung bis 2016. 21 Projekte zur Optimierung mit einem Gesamtvolumen von 22,79 Millionen Euro haben die Verfasser in ihrer Expertise benannt.

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Ein paar Beispiele: Beim Ärztlichen Dienst sehen die Verfasser ein Verbesserungspotenzial von 1,28 Millionen Euro. Aufgrund der Besonderheiten mit kleinen Fachbereichen seien die Möglichkeiten der Märkischen Kliniken geringer als in vergleichbaren Häusern. Beim Pflegedienst hält Berger 700 000 Euro für realisierbar.

Große Chancen sehen die Berater in der Verkürzung der Verweildauer. Könnten die Belegtage bis 2016 um 14 Prozent gesenkt werden, weil die Patienten früher nach Hause geschickt würden, ließen sich fast 1,6 Millionen Euro einsparen.

Auf der Wachstumsseite addieren die Berater verschiedene Positionen zu einem Ergebnis von 10,6 Millionen Euro. So soll die Steigerung der Erlöse aus Nutzungsentgelten rund 1,2 Millionen Euro ausmachen. Durch die attraktive Infrastruktur mit der Komfortstation ließe sich die Quote der Privatpatienten deutlich anheben. Den deutlichsten Schub hält Berger in der Steigerung der Fallzahlen für möglich. Mehrerlöse von rund vier Millionen Euro gibt die Unternehmensberatung für ihr untersuchtes Zeitfenster an. Ein weiteres Potenzial sieht Berger in den Abteilungen Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie sowie Unfallchirurgie und Orthopädie. Unterm Strich ließe sich ein Plus von knapp einer Million Euro erzielen.

Bei der Zentralen Notaufnahme kommt Berger zu einem Nullsummenspiel. Zwar liege der Zeitaufwand pro Fall in den Märkischen Kliniken über dem vergleichbarer Häuser, allerdings müsse die ärztliche Kapazität an dieser Stelle aufgestockt werden. Damit gleichen sich Aufwand und Ertrag aus. Labor, Radiologie, OP-/Funktionsdienst und Pathologie hätten demgegenüber noch Konsolidierungspotenzial.

Im Bereich der nicht-medizinischen Dienstleistungen macht Berger Optimierungsmöglichkeiten in der Speiseversorgung, der Reinigung, der Wäscheversorgung, der Instrumenten-Sterilisation, der Logistik, dem Technischen Dienst und der Instandhaltung der Medizintechnik aus. Berger addiert die einzelnen Posten auf fast drei Millionen Euro zusammen. Beispielsweise fielen bei weniger Belegtagen auch Beköstigungen weg; außerdem sollten die Mahlzeiten günstiger werden.

Voraussetzung für die Verbesserungen, so Berger, sei ein professionelles Management. - be

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