Corona gefährdet viele Filialen

Insolvenz: Diese Klier-Salons im MK könnten geschlossen werden

Mit der Eröffnung des Insolvenz-Hauptverfahrens am Dienstag kann die Klier Hair Group nun die nächsten Schritte in Richtung Sanierung gehen. Dazu gehört die Schließung von unprofitablen Standorten. Ob Filialen aus dem Märkischen Kreis auf der Streichliste stehen, sei momentan reine Spekulation, hieß es.

Lüdenscheid – Deutschlands größte Friseurkette, die Klier Hair Group mit Sitz in Wolfsburg, ist wegen der Corona-Beschränkungen in Schwierigkeiten und hatte im September zunächst ein Schutzschirmverfahren zur Sanierung beantragt. Das zuständige Amtsgericht Wolfsburg eröffnete am Dienstag das Insolvenz-Hauptverfahren. Als Grund für die finanzielle Schieflage nannte das 1948 gegründete Unternehmen die Corona-Krise. (News zum Coronavirus in NRW)

UnternehmenKlier
Gründung 1948
SitzWolfsburg (Deutschland)
Mitarbeiter8200

Klier in Insolvenz: Filialen von Cut&Color und mehr gefährdet

Betroffen von der Insolvenz sei die gesamte Gruppe mit ihren verschiedenen Marken, sagte eine Unternehmenssprecherin. Dazu gehören im Märkischen Kreis die Lüdenscheider Salons von Klier (Standort im Lüdenscheider Stern-Center), Cut & Color (ebenfalls Stern-Center Lüdenscheid), und die Klier-Standorte in Hemer (real/Hurbecker Straße) und Iserlohn (Theodor-Heuss-Ring). Die Filialen sind derzeit noch alle geöffnet. Die Mitarbeiter vor Ort machten zu den Zukunftsaussichten keine Angaben und verwiesen auf die Pressestelle Wolfsburg. „Wir können und wollen nichts sagen“, erklärte eine Mitarbeiterin.

Nach eigenen Angaben hat Klier rund 1350 Salons und Shops in Deutschland mit rund 8200 Beschäftigten. Während des Schutzschirmverfahrens blieben deutschlandweit alle Standorte geöffnet. Auch jetzt laufe der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter, hieß es von Unternehmensseite. Das Nachrichtenportal Bild.de hatte von der voraussichtlichen Schließung von 450 Ladenlokalen gesprochen.

Alle Zahlen, die jetzt genannt worden sind, seien Spekulationen„ hieß es dazu. „Oberstes Ziel der Bemühungen ist neben der Fortführung und Neuaufstellung des Unternehmens, möglichst viele Salons und Shops sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten“, erklärte das Unternehmen am Dienstag.

SuperCut-Mitarbeiterinnen schneiden bei einer Aktion außerhalb des Salons im Allee-Center Haare.

Klier in Insolvenz: Unprofitable Salons werden abgestoßen

Für eine nachhaltige Sanierung müsse Klier sich „leider von dauerhaft unprofitablen Salons und Shops trennen“, stellte Unternehmenschef Michael Melzer klar. Nur so könnten das Unternehmen als Ganzes erhalten und die große Mehrheit der Arbeitsplätze gesichert werden.

Derzeit fänden noch viele Gespräche und Verhandlungen über einzelne Standorte mit den Vermietern statt. „Daher kann derzeit nicht seriös angegeben werden, wie viele Salons und Shops geschlossen werden müssen“, betonte Melzer.

Der „Wirtschaftswoche“ sagte der Unternehmenschef: „Wir sind bei der Sanierung der Klier-Gruppe auf einem guten Weg.“ Die Kosten seien im Rahmen des Schutzschirmverfahrens bereits „deutlich gesenkt“ worden. Voraussichtlich Ende Dezember will Klier einen Insolvenzplan bei Gericht einreichen, der die Sanierungsbeiträge aller Beteiligten zusammenfasst. Die Gläubiger sollen am 25. Februar 2021 über die Annahme des Planes entscheiden.

Ob in dem Sanierungsplan Filialen in Hamm auftauchen, ist demnach ebenfalls noch Spekulation. Nach Annahme des Sanierungsplans würden zunächst die Mitarbeiter informiert.

Trotz Lockdown light dürfen in Deutschland Friseursalons zurzeit öffnen. Beim Besuch beim Friseur gelten aber klare Regeln und Auflagen für Kunden und Betreiber. - AFP/oz

Rubriklistenbild: © Allee-Center

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