Kein „Sonderopfer“ für Mitarbeiter des Klinikums

Ulrich Duffe, stellvertretender SPD-Fraktionschef.

MÄRKISCHER KREIS – „Die Geschäftsführung der Märkischen Kliniken muss die Ärmel aufkrempeln und wie im Berger-Gutachten dargestellt, weitere 22 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren erwirtschaften.“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion während einer Klausurtagung.  Zur Gesundung des Unternehmens werde von den Mitarbeitern kein Sonderopfer durch Gehaltsverzicht verlangt.

Die SPD-Kreistagsfraktion hat sich nach den Worten Ulrich Duffes während ihrer Klausurtagung mit den wirtschaftlichen Vorgängen und den zum Teil sehr kritischen Beiträgen nach den Äußerungen von Prof. Dr. Gerfried Giebel befasst. Ulrich Duffe hält als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Märkischen Gesundheitsholding, zu der auch die Kliniken gehören, eine Transfergröße von plus/minus 25 Millionen Euro für notwendig. Nur so ließen sich die aktuellen Schwierigkeiten abfedern. Der Kreistag hat Ende vergangenen Jahres eine Satzungsmodifikation für die Märkische Kommunale Wirtschafts GmbH (MKG) vorgenommen, die aus ihren Erträgen bislang ausschließlich einen Teil der MVG-Verluste abdeckt. Die MKG ist eine hundertprozentige Tochter des Kreises. „Der Mitteltransfer ist ein klares Bekenntnis zur kommunalen Trägerschaft. In den kommenden Wochen werden die Fraktionen mit der Verwaltung die komplizierten Fragen von der Abwicklung über die Finanzbehörde bis zum Wettbewerbsrecht klären.“

Die Kapitalerhöhung alleine, so Duffe weiter, könne die Schieflage des Klinikums aber nicht beseitigen. Dazu gehöre vielmehr die schnelle Umsetzung des Berger-Gutachtens, das auch bessere Erträge in den chirurgischen Abteilungen vorsehe, wie auch ein besseres Image. „Die von Prof. Giebel losgelöste Diskussion hat dem Ansehen des Klinikums geschadet.“ Die Beiträge in den Internetforen unter //www.come-on.de hätten aber auch gezeigt, dass viele Menschen mit den medizinischen und pflegerischen Leistungen nicht einverstanden seien. „Das werden Geschäftsführung und Aufsichtsrat sehr ernst nehmen.“ Die SPD-Mitglieder in dem Gremium würden dafür Sorge tragen, dass künftig auch die einzelnen Klinikdirektoren ihre Erfahrungen vorbrächten. „Wir wollen wissen, wie sich aus ihrer Sicht die Maßnahmen darstellen, wie Probleme angegangen und beseitigt werden können.“ Das Klinikum könne nur ökonomisch mit mehr Patienten geführt werden. „Dafür ist eine bessere Öffentlichkeitsarbeit notwendig, um die guten Leistungen nach außen darzustellen.“

Während der medizinische Bereich in den vergangenen Jahren bereits Erfolge verzeichnet habe, gebe es im kaufmännischen Sektor Schwächen. „Die muss der neue Geschäftsführer Dr. Peters beseitigen. Einen Blindflug, dass sich Wirtschaftszahlen innerhalb weniger Monate dramatisch verändern, darf es so nicht mehr geben.“ Allerdings hätten die negativen Entwicklungen auch nicht kurzfristig korrigiert werden können.

Deutliche Rückendeckung gebe es aus der Fraktion für die Mitarbeiter des Klinikums. Sie hätten durch Leistungsverdichtungen bereits erheblich zum Erhalt der medizinischen Versorgung beigetragen. Daher gebe es auch keinerlei Überlegungen für diese Legislaturperiode („Nur für diesen Zeitabschnitt können wir sprechen.“), die Beschäftigten über ein „Sonderopfer“ – zum Beispiel Verzicht auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld – zur Bilanzentwicklung heranzuziehen. „Der Druck auf dem Geschäftsführer-Kessel bleibt, aber wir wollen keine Mitarbeiter demontieren.“ Die Forderung an die Klinikdirektoren, auf einen Teil ihres Gehaltes zu verzichten, sei bei der Größenordnung durchaus angemessen gewesen.

Insgesamt blieben die Kliniken aber in schwerem Fahrwasser. - be

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