Kindergarten statt Werkstatt

Blicken gemeinsam auf eine gute Zusammenarbeit, hier zwischen der Mendener Kindertagesstätte „St. Vincenz“ und den Iserlohner Werkstätten.Von links: Nina Erdmann, Martin Ossenberg, Marie-Ellen Krause (VKM Menden), Kindergarten-Leiterin Anja Berg, Wolfgang Lück (Personalleiter Stadt Menden), Christophe Hessling (Iserlohner Werkstätten) und Mendens Bürgermeister Volker Fleige (kniend).

MÄRKISCHER KREIS -   „Inklusion ist kein Wort, Inklusion ist ein Weg“, sagt Mendens Bürgermeister Volker Fleige. Damit unterstützt er das Bemühen der Iserlohner Werkstätten um Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Handicap.

Die Iserlohner Werkstätten und die Stadt Menden haben gemeinsam zwei so genannte „ausgelagerte Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap“ in der Kindertagesstätte „St. Vincenz“ und im Kindergarten Vollmersbusch eingerichtet.

Über diese Kooperation ist besonders die 21 Jahre alte Nina Erdmann hoch erfreut. Sie hatte schon lange den Wunsch, im Kindergarten zu arbeiten. „Wir haben nach Möglichkeiten gesucht und diese jetzt hier in Menden gefunden. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Beschäftigten künftig so früh wie möglich eine Berufswegeplanung zu besprechen, um solche Wünsche auch zu erfüllen“, sagt Christophe Hessling von den Iserlohner Werkstätten. „Dabei sind wir natürlich auf die Unterstützung durch Unternehmen angewiesen“, pflichtet Werkstätten-Geschäftsführer Martin Ossenberg bei. „Die Bereitschaft in Betrieben, Menschen mit Handicap einzustellen, wächst.“ Wichtig sei dabei besonders ein Aspekt: „Unsere Werkstätten stellen keine Sackgasse dar, sondern bedeuten eine Perspektive für die Beschäftigten. Wir sind da auf einem für alle Beteiligten sehr guten, zukunftsorientierten Weg.“

Die Iserlohner Werkstätten, die zur Diakonie Mark-Ruhr gehören, gibt es seit 1967. Das Angebot für Menschen mit Behinderung umfasst unterschiedliche Berufsbildungsbereiche und Tätigkeitsfelder, in denen die Mitarbeiter mit einem Handicap schrittweise in die Arbeitswelt integriert werden.

In der Kindertagesstätte „St. Vincenz“ ist Nina Erdmann schon jetzt nicht mehr wegzudenken. „Sie ist eine echte Hilfe und bei den Kindern sehr beliebt“, freut sich Kita-Leiterin Anja Berg. „Auch mir macht die Arbeit richtig Spaß“, sagt Nina Erdmann. „Zu meinen Aufgaben gehört beispielsweise das Zubereiten des Frühstücks, ich helfe den Kindern beim Anziehen, spiele mit ihnen und übernehme Hauswirtschaftstätigkeiten. Ich bin in den normalen Arbeitsalltag voll eingebunden.“

Die 21-Jährige habe sich bereits frühzeitig gemeinsam mit ihrer Familie Gedanken über ihren beruflichen Werdegang gemacht, berichtet Hessling. Sie sei über ein einmonatiges Praktikum, das für beide Seiten sehr gut verlaufen sei, in den Beruf gekommen. „Es ist wichtig, sich früh mit anderen Beteiligten auszutauschen. Wir haben in Iserlohn und Umgebung eine Art Sozialraum geschaffen.“

„Wir hoffen, dass andere Einrichtungen und auch Unternehmen aus der freien Wirtschaft überlegen, ob es für sie nicht auch eine Möglichkeit der Inklusion gibt“, ergänzt Fleige. Damit werde die Landesinitiative „1000 ausgelagerte Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen“ auch in Menden erfolgreich umgesetzt. Ziel sei es, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

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