32 Kilometer auf historischen Pfaden

MÄRKISCHER KREIS - Auf den Spuren des späten Mittelalters und der Neuzeit: Einheimische und Gäste können auf einem rund 32 Kilometer langen Weg, der sie durch den waldreichen, märkischen Teil des Sauerlandes und durch die charakteristischen alten Drahthandelsstädte Iserlohn, Altena und Lüdenscheid führt, Geschichte hautnah erleben.

„Herrliche Ausblicke auf die Landschaft, historische Gebäude und Ausflugsziele direkt an der Strecke und dazu noch Wandern auf einer traditionsreichen Route: Das macht den Reiz des Drahthandelsweges aus“, freut sich Kreispressesprecher Hendrik Klein über die jetzt vollständige Route. Der Weg versetze den Wanderer zurück in die Industriegeschichte der drei Städte, die im Mittelalter zu den Handelspartnern der Hanse gehörten. Auf dem Drahthandelsweg brachten die Reidemeister ihre Drahtrollen per Pferdekarren zur Weiterverarbeitung nach Iserlohn. Gelegentlich mussten die Zöger diesen Weg mühselig zu Fuß bewältigen. Dort wurden dann Nadeln, Ösen, Angelhaken und Ketten hergestellt. Durch den „Drahthandelsweg“ war somit eine Verbindung mit den großen Handelsplätzen Dortmund, Soest und Unna gegeben.

Wer heute auf dem Weg unterwegs ist, erfährt etwas über die Mühsal, unter denen damals die 30 Kilogramm schweren Drahtringe durch die Täler und über die Höhen transportiert werden mussten – unterwegs vorbei am „Eisengebet“ und am „Toten Mann“.

Insgesamt sind einige hundert Höhenmeter zu überwinden. Auch ohne schwere Drahtrollen handelt es sich um eine anspruchsvolle Tour. Da ist es ohne Zweifel sehr angenehm, dass diverse Gaststätten, Restaurants und Cafés rechts und links des Weges für eine erfrischende Pause sorgen können.

Am 17. September wird für die komplette Route, gekennzeichnet mit einem weißen „D“ auf schwarzem Grund, am Lüdenscheider Bahnhof der offizielle Startschuss gegeben. Bereits seit zehn Jahren gibt es die Verbindung zwischen Iserlohn und Altena. Dieser Teilabschnitt wurde 2001 anlässlich des 101. Deutschen Wandertages im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau eröffnet. Schon damals gab es die Pläne, diesen Weg bis Lüdenscheid fortzuführen, doch es fehlten die nötigen Mittel.

Mit der jetzigen Vollendung ist die Kreisstadt über den Drahthandelsweg zugleich an zwei Fernrouten angebunden: In Altena ist neben Meinerzhagen ein Eingangsportal für den Sauerland Höhenflug (bis Korbach), in Iserlohn beginnt die Sauerland Waldroute (bis Marsberg). Klein lobte den Einsatz für den Drahthandelsweg: „Es war eine tolle Zusammenarbeit aller Beteiligten für diese Route.“

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