Hinweise über Nina nicht zeitnah / Kreis weist Kritik am System zurück

Nach Gerhardi-Großbrand: „Warn-App informiert nicht zuverlässig“

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Im Zusammenhang mit dem Brand in Werdohl-Dresel gibt es Kritik an der Warn-App Nina.

Märkischer Kreis  - Ist die Warn-App Nina (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) ein zuverlässiges System, um die Bevölkerung rechtzeitig auf Gefahren hinzuweisen, oder erfüllt die App ihren Zweck nicht, weil Warnungen zu spät beziehungsweise gar nicht erfolgen? Die Freie Wählergemeinschaft Kierspe (FWG) sieht im Zusammenhang mit dem Brand bei Gerhardi in Werdohl noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Der Kreis weist die Kritik zurück.

Zur Erinnerung: Am frühen Morgen des 3. November brach ein Brand im galvanischen Werk von Gerhardi in Werdohl-Dresel aus. Mehr als 250 Einsatzkräfte konnten von der Halle nicht mehr viel retten. Das Feuer setzte eine weithin sichtbare, zum Teil schwarze Rauchwolke frei.

FWG-Vorsitzender Peter Christian Schröder erklärte in einer Stellungnahme: „Recht schnell wurden über die Radios und das Internet entsprechende Warnungen verbreitet, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Warn-App Nina hingegen warnte erst gegen 13.40 Uhr und bei einigen Usern sogar überhaupt nicht. Das Feuer war nach Presseberichten um 15.30 Uhr gelöscht. Die Beendigung der Warnung über Nina fand aber erst gegen 21 Uhr statt.“

Firma Gerhardi in Dresel brennt

Grundsätzlich, erklärte Schröder weiter, sei eine solche Warn-App eine gute Idee. Nina ist eine vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Verfügung gestellte App für Smartphones, die dazu dient, der Bevölkerung wichtige Warnmeldungen zukommen zu lassen. Im Mai wurde das System freigeschaltet. Die App ist kostenlos über iTunes für das iPhone und iPad sowie den Google Play Store für Android-Geräte erhältlich. Dabei kann der Nutzer selbst entscheiden, ab welcher Warnstufe er informiert werden möchte. Mit der Funktion „meine Orte“ lässt sich individuell festlegen, für welche Städte und Regionen man Hinweise bekommen möchte. Zusätzlich können Nutzer auch Angaben für ihren aktuellen Standort erhalten, was gerade auf Reisen nützlich sein kann.

Wie sinnvoll ist die App überhaupt?

„Die Realität sieht leider anders aus. Und nicht nur in Werdohl, sondern auch bei uns stößt diese Tatsache auf völliges Unverständnis und wirft natürlich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen App auf“, erklärte Schröder.

So reagiert der Kreis

Die Kritik lässt der Märkische Kreis nicht gelten. „Eine Warnung der Bevölkerung über Nina erfolgt auf Veranlassung der örtlichen Einsatzleitung der Feuerwehr durch die Kreisleitstelle. Entsprechendes gilt für die Entwarnung“, erklärte gestern MK-Pressereferent Hendrik Klein. Die Kreisleitstelle habe „jeweils unverzüglich auf die entsprechenden Anweisungen der örtlichen Einsatzleitung reagiert.“ 

Wegen möglicher Giftstoffe in der Rauchwolke war auch der Messzug der Feuerwehr des Märkischen Kreises im Einsatz. Nicht nur direkt vor Ort, auch auf den umliegenden Höhenzügen wurde die Luft analysiert. Klein: „Soweit die konkrete Warnung und Entwarnung zu Irritationen geführt haben, werden die Ursachen genau analysiert, um Wiederholungsfälle zu vermeiden.“ Die geäußerten Vorbehalte gegen die Funktionalität der App seien aber unbegründet, erklärte der Pressereferent.

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