Vorstellung des Masterplans

Sanierung der A45: Keine Vollsperrung über Monate

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Südwestfalen - Den rund 170 Gästen in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen blieb bei der Vorstellung des Masterplans zur A45 nur ein Stoßseufzer über verpasste Chancen in den 60er- und 70er-Jahren. Denn schon damals wurde der durchgängige sechsstreifige Ausbau samt der Talbrücken zwischen dem Westhofener Kreuz und der hessischen Landesgrenze diskutiert, aber letztlich verworfen.

250 Millionen D-Mark, rund 15 Prozent der Bausumme, hätte der große Wurf damals ausgemacht, rechnete Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher, Lehrstuhlinhaber an der Uni Siegen, der Versammlung vor. „Das kostet heute eine Brücke.“

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Angesichts der gewaltigen Herausforderungen – allein wegen des Ersatzes von 32 Großbrücken – blieb für Vergangenes keine Zeit. Eine „Vollsperrung über Monate“, wie bei der Sanierung der A 40 (Ruhrschnellweg), werde es nicht geben, so Prof. Steinbrecher. Da es keine Autobahnalternativen wie im Ruhrgebiet gebe, würden Nebenstrecken immer wieder gebraucht. Das setze das Verständnis der Menschen für Belastungen voraus. Deshalb, so Klaus-Peter Schöppner (früher Emnid), sei der Dialog der Schlüssel zum Erfolg, damit das Projekt nicht aufgehalten werde. Deshalb sieht der Masterplan eine breite Informationspolitik von Internetkampagnen bis zu Brückenbesichtigungen durch den Landesbetrieb Straßen.NRW vor.

Masterplan als PDF (hier klicken)

Die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Petra Crone (SPD) und Dr. Matthias Heider (CDU) sehen den Neu- und Ausbau als zentrale Verkehrsmaßnahme an. Crone: „Das Transitland Nordrhein-Westfalen muss mit der Sauerlandlinie dringend den Erfordernissen angepasst werden.“ Alle Parteien in Bund und Land seien gefordert, die notwendigen Mittel über den langen Bauzeitraum bis zum Jahr 2030 zur Verfügung zu stellen. Dr. Heider forderte, den Straßenausbau auch für die Aufrüstung der digitalen Infrastruktur entlang der Autobahn zu nutzen, um Südwestfalen besser ans Netz anzubinden. „Verkehrsweg und Datenautobahn können idealerweise parallel eingerichtet und genutzt werden.“

Für Verkehrsminister Michael Groschek ist die Magistrale auch ein Zeichen für den Bewusstseinswandel. Denn das Leitmotiv „Bildung statt Beton“ werde nun sinnvoll durch das Wort „und“ verbunden. Damit das Mammutprojekt in NRW vorankommt, setzt der Minister auf ein breites Bündnis unter dem Titel: „Wir sind A 45.“ Doch auch auf der Schiene müssten Versäumnisse nachgeholt werden, denn die Ruhr-Sieg-Strecke sei nicht mehr transporttauglich für die Container zu den Häfen nach Duisburg und Gelsenkirchen. „Ich hoffe, dass Bund und Bahn einer Ertüchtigung zustimmen.“

Und schließlich sei es notwendig, Korridore für Schwertransporte zu den Häfen abzusichern. Dafür müssten in Nordrhein-Westfalen rund 40 Brücken schwerlastfähig gemacht werden. Groschek: „Das Jahrzehnt der Reparaturen ist angebrochen.

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