Mickrige Verstärkung

Nur ein Krümelchen für die Polizei im MK

Polizei
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Der Entwurf des NRW-Innenministeriums sieht ab September 2021 sechs neue Planstellen vor.

„Mehr Personal für alle Polizeibehörden“, so lautete am Mittwoch eine Ankündigung des NRW-Innenministeriums in Düsseldorf. Doch vom großen Kuchen wird die Kreispolizeibehörde im MK wohl nur ein Krümelchen bekommen.

Märkischer Kreis – Im Zusammenhang mit dem „Entwurf zur Belastungsbezogenen Kräfteverteilung“ sprach NRW-Innenminister Herbert Reul am Mittwoch hoffnungsfroh von einer „Trendwende“. Landesweit sollen demnach knapp 600 zusätzliche Stellen geschaffen werden. 500 davon werden jedoch nicht von ausgebildeten Polizisten besetzt, sondern von sogenannten Regierungsbeschäftigten. Diese mittlerweile mehr als 2000 Mitarbeiter in NRW sollen Polizisten entlasten und stellen laut Herbert Reul „einen enormen Zugewinn für die operative Aufgabenwahrnehmung“ dar.

Eine Nachfrage unserer Redaktion bei der heimischen Polizei ergab: Spürbar mehr Polizisten wird es in den Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises aller Voraussicht nach nicht geben. Laut Entwurf aus Düsseldorf, sagt Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski in Iserlohn, ist ab 1. September von einem Zuwachs von knapp sechs Planstellen im Kreisgebiet die Rede.

Derzeit sind in der Behörde 611 Polizeibeamte und 96 Regierungsbeschäftigte im Dienst – also 707 Kräfte. Eine Aufstockung auf 713 wird nach Einschätzung in Polizeikreisen den Bedarf an Streifenbeamten rechnerisch nicht decken. „Schon jetzt fehlen zweieinhalb Polizistenstellen – die Kollegen, die demnächst in den Ruhestand gehen, nicht mitgerechnet“, heißt es auf den Wachen.

Wesentliches Kriterium für die Personalzuteilung ist nach Maßgabe des NRW-Innenministers „die Arbeitsbelastung vor Ort, die sich aus dem Kriminalitäts- und Verkehrsunfallgeschehen ergibt“. Daneben würden auch besondere Schwerpunkte in der Polizeiarbeit berücksichtigt. Landesweit sollen deshalb neue „Sockelstellen“ geschaffen werden – etwa für den Bereich Cyberkriminalität, sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Clan-Kriminalität, Online-Fahndung oder den Kampf gegen „Politisch motivierte Kriminalität Rechts“.

Bis 2024 soll die Zahl der Polizeibeamten landesweit von derzeit rund 40 000 auf 41 000 steigen. Die Zahl der Kommissaranwärter sei in den vergangenen vier Jahren von 2000 auf 2660 pro Jahr erhöht worden, heißt in einer Mitteilung des Ministeriums.

Noch handelt es sich bei den aktuellen Zahlen um einen Entwurf. Die endgültige Stellenverteilung soll am 1. September feststehen, wenn die Kommissaranwärter ihre Abschlussprüfungen absolviert haben. Ob sich die Hoffnungen auf Personalaufstockungen erfüllen werden, schätzen Polizisten im Märkischen Kreis eher zurückhaltend ein. Im vergangenen Jahr sind 18 Prozent der Anwärter bei ihren Abschlussprüfungen durchgefallen.

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