Junge Musiker sorgen für jede Menge Trubel

MÄRKISCHER KREIS – Es herrscht Trubel in der Jugendherberge Morsbach: Aus allen Räumen dringen unterschiedlichste Klänge, Jung-Musiker mit Instrument und Notenständer suchen sich eine ruhige Ecke zum Proben und Günni, das Orchester-Maskottchen, lauscht natürlich andächtig. Bereits zum 7. Mal ist das Märkische Jugendsinfonieorchester, kurz MJO, in der Jugendherberge Morsbach zu Gast. Im Rahmen einer siebentägigen Arbeitsphase bereiten sich die jungen Künstler mit neun Dozenten und dem Dirigenten Thomas Grote auf Konzerte vor, die Mitte Januar im Mär-kischen Kreis stattfinden.

„Die Jugendherberge Morsbach ist für uns super geeignet“, so Inge Kohlgrüber, Organisatorin des MJO und tätig beim Fachdienst Kultur des Märkischen Kreises. Neben ausreichend Schlafmöglichkeiten und sechs Probenräumen stehen dem Orchester im nahe gelegenen Gertrudisheim weitere Probenmöglichkeiten sowie ein großer Saal zur Verfügung, in dem die Tutti-Proben mit allen Musikern und die öffentliche Generalprobe stattfinden. Außerdem hat das MJO die Jugendherberge über den Jahreswechsel ganz für sich alleine: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich unsere ,Dienstzeiten’ schlecht mit anderen Gruppen kombinieren lassen“, erklärt Dirigent Thomas Grote.

Für die jungen Künstler ist der Aufenthalt immer wieder ein besonderes Erlebnis. Hier entstehen Freundschaften fürs Leben, sogar Ehen sind schon geschlossen worden. Die Teilnahme am MJO zieht sich oft über mehrere Generationen hinweg: Jüngere Geschwister folgen dem Beispiel der Älteren, Kinder treten in die Fußstapfen der Eltern. Im Orchester kennt man sich – die vertraute Atmosphäre unter den Teilnehmern fällt auf, sobald man die Probenräume betritt. Aber auch zum Kontakte knüpfen sei die Probenphase wichtig, sagt Stefan Quandel. Der 22-jährige Student der Musikwissenschaften ist bereits zum 13. Mal dabei, dieses Mal als Betreuer. Auch Regina Dorn ist ein „Alter Hase“ – sie nahm schon beim ersten MJO Probenaufenthalt 1989 teil. Vor einigen Jahren wurde die erfahrene Fagottistin als Besetzung des Kontrafagotts – einem eher seltenen Instrument – „reaktiviert“. An der Stimmung und Atmosphäre habe sich seit der ersten Arbeitsphase im Jahre 1989 nichts verändert, so Regina Dorn. Nur das Orchester habe sich musikalisch weiterentwickelt.

Auf die Konzerte bereiten sich die jungen Leute auch mit einem eigenen Kinoabend vor. „Wir spielen ja Peer Gynt von Edvard Grieg und dazu gehört natürlich das berühmte Schauspiel von Henrik Ibsen“, sagt Thomas Grote. Viel Freizeit bleibt den jungen Leuten allerdings nicht. Das Proben steht im Vordergrund: „Wir wollen ein gewisses Niveau erreichen und dafür brauchen wir Zeit“, so Grote. Dass es den Jugendlichen nicht an Motivation mangelt, erzählt Christoph Corazolla, Dozent der Cellisten. Trotz des Schlafdefizits zeigten die Jugendlichen einen enormen Einsatz und ließen sich die Müdigkeit nicht anmerken. Dadurch könne in kurzer Zeit sehr viel erreicht werden.

Die Termine:

Freitag, 13. Januar, vormittags Schulkonzert im Anne Frank-Gymnasium Halver (geschlossene Veranstaltung);

Samstag, 14. Januar, ab 19 Uhr: Großer Saal der Wilhelmshöhe, Menden;

Sonntag, 15. Januar, 17 Uhr: Festsaal Riesei, Werdohl.

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