Investition im Gewerbepark Rosmart offenbar nicht gewünscht

Lüdenscheider Pflegedienst fühlt sich von Stadt Altena nicht gut behandelt

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Das Unternehmen darf auf dem Hof Bredde keine Pflegeeinrichtung betreiben

Altena/Lüdenscheid - Von der Stadt Altena fühlen sich Thomas Beyer und Sabatina Collaers nicht gut behandelt – unter anderem deshalb, weil die Verwaltung dem von ihnen geplanten Kauf von Hof Bredde Steine in den Weg legt.

Collaers ist Inhaberin und Pflegedienstleitung des Lüdenscheider Pflegedienstes Auraintense, Thomas Beyer arbeitet dort als Geschäftsführer. Sie planen eine größere Investition: 

Bevorzugt zwischen Altena und Lüdenscheid möchten sie eine Pflegeeinrichtung errichten, die Tagespflege ebenso ermöglicht wie die Einrichtung von Demenz-Wohngemeinschaften. Hof Bredde wäre dafür gut geeignet, meinen die beiden.

Thomas Beyer und Sabatina Collaers stehen an der Spitze des Pflegedienstes Auraintense.

Die Villa mit einer Grundfläche von 1600 Quadratmetern steht auf einem 37.000 Quadratmeter großen Grundstück mitten im Gewerbepark Rosmart und steht nach der Insolvenz des bisherigen Besitzers in der Zwangsversteigerung. 

Hauptgläubigerin ist die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis, mit der die beiden Auraintens-Chefs schon verhandelt haben. Auch ein Architekt wurde hinzugezogen, weil neben diversen Umbauten auch ein Anbau angedacht war – insgesamt eine Investition von mehreren Millionen Euro, wie Beyer erklärte. 

Bebauungsplan lässt Wohnungen nicht zu

Von einem Gespräch mit dem Altenaer Bauamt brachte der Planer dann schlechte Nachrichten mit: Eine Nutzung von Hof Bredde als Pflegeeinrichtung werde von der Stadt auf gar keinen Fall zugelassen, schrieb der Architekt seinen Auftraggebern nach dem Behördengang.

Grund ist der Bebauungsplan, der für den Gewerbepark allenfalls Werkswohnungen zulasse, aber auf keinen Fall regulären Wohnraum und schon gar keine Pflegeeinrichtung, die als noch schutzbedürftiger angesehen werden müsse als normale Wohnungen.

Auraintense würde gerne in Altena investieren, versichern die beiden Chefs, die in der Burgstadt leben. Anfragen nach geeigneten Objekten oder Grundstücken seien aber bisher im Sande verlaufen. Weder die Stadt noch die Baugesellschaft hätten ihnen weiterhelfen können, schildern die beiden. 

Für Beyer gibt es noch einen weiteren Beweis dafür, dass die Stadt es nicht gut meint mit ihren kranken und pflegebedürftigen Bewohnern. Auraintense ist nämlich auch involviert, wenn es um die Demenz-WG im Schwesternwohnheim des ehemaligen Krankenhauses geht.

Selbst Träger

Formal sind die dort lebenden Menschen selbst Träger dieser Einrichtung – jeder von ihnen habe einen eigenen Mietvertrag mit den Lennekliniken beziehungsweise mit dem Insolvenzverwalter, erklärt Beyer. 

Das Konzept der WG sehe vor, dass die Bewohner und deren Angehörige solche Angelegenheiten selber regeln. Auraintense sei lediglich der von den Bewohnern beauftragte Pflegedienst – „im Grunde sind wir damit ein reiner Dienstleister“, erklärt Beyer. 

Trotzdem sei er tätig geworden, als die Zustände sich verschlechterten. Dazu gehört nicht nur das sich zuspitzende Müllproblem.

Es gibt ein Müllproblem

„Die vorgeschriebene Aufzugswartung ist schon lange nicht mehr erfolgt, die Brandmeldeanlage ist abgeschaltet“, schildert Beyer. Vom Insolvenzverwalter habe er die menschenverachtende Antwort erhalten, die Demenz-WG rangiere in dessen Interesse „irgendwo bei Platz 130“.

Auch der Bürgermeister, mit dem Beyer schon Anfang des Jahres in Kontakt trat, habe abgewunken: Er könne in dieser Angelegenheit nichts tun, habe Hollstein ihm gesagt.

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