Anteil steigt weiter

Indische Variante: Delta-Ausbruch in Großfamilie im MK bestätigt

Der Anteil der Delta-Variante B.1.617.2 an den bekannt gewordenen Corona-Fällen im Märkischen Kreis steigt stark an. Allerdings sind die Fallzahlen insgesamt noch recht niedrig. Die Ergebnisse der Typisierung der Positivfälle in einer Großfamilie liegen jetzt vor.

Update Freitag, 25. Juni, 10.21 Uhr: Der Verdacht hat sich bestätigt. In einer Großfamilie in Hemer wurden sieben Familienmitglieder positiv getestet. Jetzt liegen die Ergebnisse der Typisierung der Positivproben vor. In allen sieben Fällen wurde bestätigt, dass die Infizierten die indische Delta-Variante in sich tragen, wie der Kreis am Freitagmorgen bestätigte. Die Mutante gilt als 40 Prozent ansteckender als die bislang im Märkischen Kreis dominierende britische Variante B.1.1.7.

StadtLüdenscheid
KreisMärkischer Kreis
Fläche87,02 Quadratkilometer
Einwohner72.313 (31. Dez. 2019)

Die Großfamilie befand sich bereits in Quarantäne und steht in Kontakt mit dem Gesundheitsamt des Märkischen Kreises. Die Betroffenen haben bislang nur leichte Krankheitsverläufe. Weitere Maßnahmen müssen zunächst nicht ergriffen werden. Mit den bestätigten Fällen aus Hemer hat sich die Zahl der Delta-Infizierten auf 22 erhöht. Sechs weitere gelten als genesen, zwei werden als sogenannte Fremdfälle geführt. Es sind Personen, die ihren Wohnsitz außerhalb des Kreises haben, aber zum Beispiel im MK im Krankenhaus liegen. Insgesamt stehen mit den derzeit 22 Infizierten 46 Kontaktpersonen in Quarantäne, vornehmlich in Hemer und Iserlohn.

Auch sechs neue am Donnerstag gemeldete Fälle aus Iserlohn stehen im Verdacht, dass sich die Betroffenen mit der Delta-Variante infiziert haben. Diese Personen stehen nach Angaben des Gesundheitsamts in keinem Zusammenhang mit der Hemeraner Großfamilie. Auch diese Positivproben werden typisiert, die Ergebnisse sollen in ein paar Tagen vorliegen.

Indische Delta-Variante: Anteil im MK steigt stark an - Proben aus Großfamilie werden geprüft

Erstmeldung Donnerstag, 24. Juni, 12.45 Uhr: Märkischer Kreis – Die Delta-Variante B.1.617.2, die erstmals in Indien nachgewiesen worden war, ist laut Studien um 40 Prozent ansteckender als die bisher dominierende Variante B 1.1.7. Die ersten Fälle der neuartigen Mutante in der Region bestätigte der Märkische Kreis am 16. Juni. In sieben coronapositiven Proben aus Iserlohn und Hemer wurde die Delta-Mutante nachgewiesen. Am 11. Juni hatte der Märkische Kreis auf Anfrage noch erklärt, es gebe in seinem Zuständigkeitsbereich keine Fälle mit der auch indisch genannten Variante.

Auf Anfrage erklärte der Kreissprecher, dass (Stand 24. Juni) nun bereits 21 Corona-Fälle auf die Delta-Variante im Märkischen Kreis zurückgehen. Sie beschränken sich bislang ausschließlich auf den Nordkreis (Iserlohn, Hemer). Delta-Nachweise aus dem Südkreis lägen bislang nicht vor, hieß es aus dem Kreishaus.

Sechs der 21 positiv Getesteten wurden inzwischen schon wieder aus der Quarantäne entlassen. Sie gelten als genesen. 15 befinden sich in häuslicher Quarantäne. Nach Kreisangaben haben die Betroffenen durchweg milde Krankheitsverläufe. Mit den 15 Indexfällen stehen mehr als 40 Kontaktpersonen unter Quarantäne.

Indische Delta-Variante im MK in immer mehr Proben nachgewiesen

15 Delta-Fälle entsprechen einem Anteil der Delta-Variante an den derzeit 96 Infizierten von 15,6 Prozent und damit ziemlich genau dem Bundestrend. Gleichzeitig ging der Anteil der britischen Variante zurück. Sie bleibt aber die verbreitetste Mutante. Weitere Mutationen des Coronavirus spielen für das Infektionsgeschehen im Kreis derzeit nur eine untergeordnete Rolle.

Infektionen in Großfamilie werden nun auf die Delta-Variante überprüft

Besonderes Augenmerk legt das Gesundheitsamt nach Informationen unserer Zeitung derzeit auf ein Infektionsgeschehen in Hemer. Dort wurden am Mittwoch sieben Neuinfektionen gemeldet. Sie alle werden demnach einer Großfamilie zugeordnet. Die zusammenhängenden Fälle befinden sich in der Abklärung, ob die Infizierten die Delta-Variante in sich tragen. Die Ergebnisse der Typisierung (variantenspezifische PCR-Testung) lagen am Donnerstag aber noch nicht vor. Hemer weist derzeit die dritthöchste Inzidenz im Kreis auf.

Rubriklistenbild: © Avishek Das/dpa

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