SMS niemals öffnen

„Ihr Paket wird zugeschickt“: Dringende Warnung der Polizei MK an alle Smartphone-Nutzer

Die Nachricht an die Hammerin kam per SMS, zielte aber auf das WhatsApp-Konto ab.
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Die Nachricht kam per SMS. (Symbolbild)

Ein Handy-Virus verbreitet sich rasend schnell im Märkischen Kreis. Dabei kommt die SMS, mit der sich die Schadsoftware einschleicht, ganz harmlos daher. „Ihr Paket wird zugeschickt“ steht darin. Die Polizei MK versucht den Teufelskreis zu durchbrechen, bevor es zu spät ist.

Kreis MK - Kurznachrichten mit angeblichen Informationen zu Paketsendungen machen derzeit die Runde im Märkischen Kreis. Wer darauf klickt, der liefert Betrügern online sein Adressbuch und möglicherweise mehr. Noch ist wenig bekannt. Dass die Entwickler des Virus es gut meinen, schließt die Polizei aber aus. Am Dienstag gab es bei der Polizei gleich vier Anzeigen dieser Art. In allen Fällen bekamen die Opfer auf ihren Smartphones eine oder mehrere SMS mit der Nachricht „Ihr Paket wird zugeschickt. Bitte kontaktieren sie folgenden Link“.

Kreis Märkischer Kreis
VerwaltungssitzLüdenscheid
Einwohner410.222 (Stand: 31. Dezember 2019)
Fläche1.061,06 Quadratkilometer

Wer freut sich nicht über Post oder ein Paket? Ganz unwahrscheinlich ist es in der aktuellen Pandemielage auch nicht, dass die Kurznachricht Menschen erreicht, die tatsächlich gerade ein Paket erwarten. Deshalb ist die Versuchung groß, unüberlegt und spontan auf den Link zu klicken, schreibt die Polizei und erklärt, was nach dem Öffnen des Links passiert.

Gefährliche SMS „Ihr Paket wird zugeschickt. Bitte kontaktieren sie folgenden Link“.

Spätestens dann ist die Vorfreude dahin, denn es folgen keineswegs Informationen über das ersehnte Päckchen. Scheinbar passiert nach dem Link-Klick - nichts! Doch tatsächlich saugt unbemerkt eine Schadsoftware die Adressbuch-Daten ab und verschickt weitere SMS. Das merkt der Smartphone-Besitzer selbst nicht, wohl aber seine Freunde, Bekannte und Geschäftspartner aus seinem Adressbuch. Sie erhalten die selbe SMS mit der angeblichen Paket-Info.

Über SMS aufs Smartphone: Schadsoftware im Schneeballprinzip

So verbreitet sich die Schadsoftware im Schneeballprinzip theoretisch unendlich weiter. Die ahnungslosen Verbreiter merken es erst, wenn sich immer mehr Bekannte, Geschäftspartner oder auch Wildfremde bei ihnen beschweren. Möglicherweise greift die Schadsoftware auch weitere Daten ab - bis hin zum Elektronik-Banking. Deshalb sollten Opfer auch ihre Kontobewegungen im Auge behalten - am besten von einem anderen Gerät als dem betroffenen Handy.

Die Polizei im Märkischen Kreis nimmt die Sache sehr ernst. Sie ermittelt wegen Computerbetrugs. Welche Daten abgesaugt werden, das kann die Polizei derzeit nicht sagen. Deshalb sollten Opfer, die den Link genutzt haben, ihr Handy in den Flugmodus schalten und unbedingt und postwendend auf Schadsoftware und Viren prüfen. Einen teilweisen Schutz erlangen Handy-Nutzer, indem sie vorbeugend eine Drittanbietersperre einrichten. Opfer sollten ihren Mobilfunkanbieter informieren.

Facebook-Fraud: Standbild von angeblichem Video im Messengerdienst

Etwas Ähnliches passiert derzeit beim Messenger-Dienst von Facebook. Immer mehr Nutzer bekommen von „Freunden“ ein Standbild von einem angeblichen Video mit dem verführerischen Start-Dreieck. Darunter steht „Schau Mal Was Ich Gefunden Habe“. Es sieht so aus, als hätte ein Freund ein altes Video entdeckt und nun verschickt.

Wer darauf klickt, der bekommt eine Fehlermeldung und wird aufgefordert, sich erneut bei Facebook anzumelden - eine klassische Phishing-Falle. Unbemerkt wird der Nutzer jedoch auf eine nachgebaute Seite geleitet. Dort liefert das Opfer einem Betrüger seine Zugangsdaten. Eine Schadsoftware greift die Adressbücher ab und versendet sich wiederum an die nächsten Opfer. Es gibt zudem eine Variante, bei der man aufgefordert wird, ein Plug-In zu installieren.

Was ist in diesem Fall zu tun? Die Polizei macht eine klare Ansage dazu: Freunde und Bekannte vor der falschen Nachricht warnen! Sofort Kennwörter ändern, E-Mail-Adresse kontrollieren, schädliche Browser-Erweiterungen entfernen. Virenprogramm starten und den Rechner absuchen lassen.

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