HDD, Flash-Speicher, Cloud-Speicher und Co. - Speichermedien und ihre Vor- und Nachteile

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Die Auswahl des optimalen Speichermediums richtet sich nach dem Einsatzzweck

Wer Daten speichern möchte, dem stehen eine ganze Reihe verschiedener Optionen zur Verfügung. Manche davon, wie die Diskette, wurden im Wandel der Zeit gegen neuere und bessere Speichermedien ausgetauscht, andere halten sich bereits seit langer Zeit am Markt. 

Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie sind für bestimmte Einsatzzwecke konzipiert und haben sowohl Vor- als auch Nachteile.

Festplatten

Die Hard Disk Drive (HDD), hierzulande üblicherweise als Festplatte bezeichnet, hat seit ihrer Markteinführung in den 90er-Jahren kaum an Beliebtheit eingebüßt. Ihre größten Vorteile sind der günstige Preis und das hohe Speichervolumen, denn selbst Produkte mit 3 Terabyte und mehr sind verhältnismäßig günstig. Darüber hinaus sind sie – abgesehen von Feuchtigkeit, Magnetismus und Stößen relativ unempfindlich. Als Speichermedium für die Ewigkeit eignen sich herkömmliche Festplatten allerdings nicht. Nach maximal 30 Jahren verlieren die einzelnen Scheiben ihre Magnetisierung, wodurch die auf den Festplatten gespeicherten Daten verloren gehen.

CD, DVD und Blu-Ray

Die sogenannten gebrannten optischen Speichermedien unterscheiden sich durch die Lese- und Schreibgeschwindigkeit (Datendurchsatz) sowie ihr Datenvolumen. Während eine herkömmliche CD nur ca. 600 MB an Speichervolumen fasst, kommt eine einschichtige Blu-Ray schon auf 27 GB. Durch das Auftragen mehrerer Schichten sind sogar bis zu 128 GB möglich. Trotz einer ständigen Weiterentwicklung sind optische Speichermedien noch immer sehr langsam. Das Schreiben (Brennen) einer Blu-Ray nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und auch die Lesegeschwindigkeit lässt oftmals zu wünschen übrig. Vorteilhaft sind allerdings die Mobilität der optischen Speichermedien und ihre einfache Handhabung. Im Falle der Blu-Ray geht auch die Persistenz mit 50 Jahren in Ordnung, während die DVD mit 30 Jahren und die CD mit lediglich 10 Jahren deutlich schlechter abschneiden.

Flash-Speicher (extern)

Beinahe alle auf dem Markt erhältlichen Speicherkarten nutzen die Flash-Speicher-Technik, bei der die Daten auf elektronischem Wege direkt auf einem Chip gespeichert werden. Alle Speicherkarten sind trotz der Versprechungen der Hersteller nach "Extreme"- oder "Turbo"-Speed relativ langsam. Vor allem Speichervorgänge sind im Durchschnitt kaum schneller als gute Blu-Ray-Brenner.

Es gibt viele verschiedene Optionen zur Speicherung von Daten.

Die größten Vorteile der Speicherkarten sind ihre Kompaktheit und die damit verbundene Mobilität. Kaum größer als ein Fingernagel eignen sie sich hervorragend für mobile Endgeräte, Handheld-Spielekonsolen und Digitalkameras. Die Mikroarchitektur ist allerdings nicht besonders günstig. Verglichen mit herkömmlichen Festplatten, bezahlt man für die gleiche Speichermenge wesentlich mehr Geld. In Sachen Persistenz macht den Flash-Speichern kaum jemand etwas vor. Mindestens 50 Jahre sollten die meisten der kleinen Speicherwunder ihre Daten halten.

Flash-Speicher (intern)

Auch die meisten internen Speicherlösungen nutzen Flash-EEPROMs, genauer gesagt semi-permanente NAND-Flash-Speicherchips. Von den als "Solid State Drive" (SSD) bezeichneten Speichermedien gibt es momentan zwei häufig genutzte Bauformen: im 2,5-Zoll-Gehäuse für den SATA-Anschluss und als M.2-SSD für spezielle Anschlüsse auf dem Mainboard oder wahlweise direkt für den PCI-Express-Slot. In beiden Fällen sind hohe bis sehr hohe Datenraten möglich. SATA-SSDs erreichen etwa 600 MB/s im Lese- und Schreibmodus, bei PCI-Express klettert die Zahl auf bis zu 2000 MB/s. Durch ihr Bestehen am Markt sind die Preise von SSDs mittlerweile im erträglichen Bereich gelandet, jedoch noch immer deutlich höher als bei einer magnetischen Festplatte mit gleichem Volumen, weswegen sie hauptsächlich dort eingesetzt werden, wo es auf kurze Ladezeiten ankommt, also für komplexe Programme (Betriebssystem) und Computerspiele. Bei reiner Lagerung würden die Daten auf einer SSD im Prinzip ewig halten. Im Gebrauch ist das aber anders, da jeder Speicherzyklus die Lebensdauer der Chips verkürzt. Da diese Speichermedien aufgrund ihrer Praktikabilität häufig gewählt werden, hat das Vergleichsportal Expertentesten die besten Geräte miteinander verglichen (Übersicht der besten SSD Festplatten) und sowohl einen Vergleichs- als auch Preissieger ermittelt. Insgesamt haben 3 der 10 getesteten Festplatten mit einer Note von Sehr gut (1,0 – 1,4) abgeschnitten.

Cloud-Speicher

Als Cloud-Speicher bezeichnet man nicht etwa ein spezielles Speichermedium, sondern vielmehr eine Art der Speicherung. Daten werden über das Internet an einen Servercluster gesendet, der von einer Firma betreut wird. 

Ein Vorteil des Cloud-Speichers ist seine hohe Verfügbarkeit auf allen internetfähigen Geräten

Sowohl Microsoft als auch Google und Amazon bieten generalisierten und spezialisierten Cloud-Speicher für ganz verschiedene Anwendungen. Als Anwender weiß man oft nicht genau, wo die Daten letztendlich landen und auch das Speichermedium ist unbekannt. Ein Vorteil des Cloud-Speichers ist aber seine hohe Verfügbarkeit auf allen internetfähigen Geräten und die Tatsache, dass man sich um die Persistenz seiner Daten keine Sorgen machen muss, da dies vom Anbieter übernommen wird. Ein großer Negativpunkt der Cloud-Speicher ist der meist nur unbefriedigende Datenschutz und das Risiko, seine Daten durch Hackerangriffe an Dritte Parteien zu verlieren. Dies ist einer der Gründe, warum die Anbieter teilweise selbst ihren Anwendern empfehlen, keine besonders sensiblen Daten auf diese Weise zu speichern.

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