Im „Hassfach“ eine Zwei (Teil 2)

MÄRKISCHER KREIS – Jeder von uns hatte in der Schule ein Fach, welches er liebend gerne abgewählt hätte. Bei manchen war das Englisch, andere mochten Biologie und Chemie nicht. Ich mochte Mathe nie. Auf der Realschule schwänzte ich die Hälfte der Stunden. Die Stunden, in denen ich anwesend war, las ich Zeitschriften und passte im allgemeinen nicht auf. Das wurde mir zum Verhängnis, und so war die Fünf auf dem Zeugnis stets mein Begleiter. „Den Fehler mache ich nicht nochmal“, habe ich mir damals geschworen.

Also ab jetzt von Beginn an immer anwesend sein und schön aufpassen! Das habe ich bis jetzt auch wirklich vorbildlich geschafft. Die ersten Wochen Mathe waren wirklich sehr hilfreich. Unser Mathelehrer ist geduldig mit uns, erklärt gerne und viel. Er ist eifrig bei der Sache und ein echter Mathelehrer. Meine Tischnachbarin Soula stellt sich zum Glück als genau so mathebegabt heraus wie ich. Von nun an erklären wir uns gegenseitig, was wir nicht verstehen.

Zusammen sind wir gut durch die Stunden gekommen, und ich sah erste Erfolge. Es war, wie meine Eltern mir damals in der Realschule immer sagten: Ich muss nur aufpassen und auch mal die Augen im Unterricht offen halten. Ich war wirklich echt motiviert.

Doch dann wurde die erste Matheklausur angekündigt. Soula und ich starrten uns nur entsetzt an. Ja, wir waren besorgt. Dabei ging es nur um einfache Gleichungen. Und dann habe ich etwas getan, was Michael, mein Bruder, mir einmal geraten hat. Es war das erste Mal für mich, und ich wusste auch nicht, ob es wirklich klappen würde: Ich habe mich zu Hause hingesetzt und für die Matheklausur gelernt! Also richtig abends an den Schreibtisch setzen, Mathebuch aufschlagen und Übungsaufgaben rechnen, nachrechnen und dann von vorne.

Der Abend der Klausur war da, und die Aufregung ging einfach nicht weg. Nach der Klausur waren Soula und ich nicht minder aufgeregt. Als wir die Klausur dann zurückbekamen, erst recht. Denn wir hatten beide eine Zwei geschrieben. Und ich war schon ziemlich happy dabei. Somit wurde mein „Hassfach“ nun zu meiner größten Motivationsquelle. So kann es gehen, wenn man auf seinen Bruder hört.

Nicht jeder hat die ersten Klausuren so gut überstanden, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass uns schon ein Mitschüler fehlt. Schade ist es, aber der Druck durch eine Vollzeitarbeit und die Schule kann hart sein. Doch scheint das in jedem Jahrgang gang und gäbe zu sein. Der Jahrgang über uns hat von anfangs knapp 30 Mitschülern nur noch etwa 20.

Ich hoffe, das wird bei uns anders sein, da unsere Klasse doch schon ein bunter und lustiger Haufen ist.

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