Zu wenig Landschaftspläne vom Märkischen Kreis umgesetzt

Grüne: Natur wird vernachlässigt

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Die Fraktionsmitglieder der Grünen, Elke Olbrich-Tripp, Renate Oehmke und Marcus Tillmann (von links), fordern vom Kreis mehr Initiative bei der Aufstellung der Landschaftspläne

Märkischer Kreis - Per Gesetz ist der Märkische Kreis verpflichtet, flächendeckend für seine Städte und Gemeinden Landschaftspläne aufzustellen. Doch die Verwaltung lässt sich mit der Umsetzung reichlich Zeit, kritisiert die Kreistagsfraktion der Grünen.

Für Herscheid, Plettenberg, Neuenrade, Balve und Meinerzhagen liegen Pläne in der aktuellen Fassung vor, die Aufstellung für Hemer beschloss der Kreistag erst vor wenigen Wochen. In diesen Plänen werden die örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege – zum Beispiel Biotope, Wasserschutz Grünland und Waldgebiete – festgehalten. 

Mit dieser komplexen Angelegenheit befasse sich in der Verwaltung ein einziger Mitarbeiter mit etwa 70 Prozent seiner Wochenstundenzahl, ein Biologe arbeite mit 35 Prozent zu. 

„Wenn man bedenkt, dass bis zur endgültigen Fassung eines Verfahrens zwei Jahre vergehen, werden wir auf die kreisweite Überplanung noch lange warten müssen. So geht das nicht weiter“, kritisiert Fraktionschefin Renate Oehmke. Hinzu komme, dass der jetzige Mitarbeiter in rund eineinhalb Jahren in den Ruhestand gehe. Finanzielle Mittel für zusätzliches Personal würden erst mit dem nächsten Haushalt beschlossen, ergänzt Marcus Tillmann, Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender des Umweltausschusses. „Die Aufgabe wird seit Jahren ausgesessen.“ 

Dabei sei es für einen reibungslosen Übergang unerlässlich, frühzeitig einen Nachfolger einzuarbeiten. Vorbildlich verhält sich aus Sicht der Grünen der Hochsauerlandkreis bei der Aufstellung der Landschaftsplanung: „Dort liegt alles für jede Kommune vor.“

 Deutlich mehr Tempo mache die Verwaltung, wenn das Thema Gewerbeflächen auf die Tagesordnung komme, erklärt Elke Olbrich-Tripp. „Der Druck von Unternehmen und SIHK sorgt für beachtliche Aktivitäten, die wir uns auch für den Landschaftsschutz wünschen“, unterstreicht die Kreistagsabgeordnete. Bei umsichtiger Planung ließen sich Natur und Gewerbe sehr wohl harmonisieren.

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