FDP und Grüne für Anschluss an Leitstelle

MÄRKISCHER KREIS ▪ Die Entscheidung des Rates der Stadt Plettenberg, die eigene Nachrichtenzentrale der Feuerwehr aufzugeben und sich der Kreisleitstelle in Lüdenscheid anzuschließen, haben FDP und Grüne im Kreis und in Iserlohn auf den Plan gerufen.

Wenn die Vier-Täler-Stadt im kommenden Jahr ebenfalls über die Kreisleitstelle versorgt wird, verfügen noch die Städte Iserlohn, Menden und Hemer über eigene Nachrichtenzentralen. „Angesichts der finanziellen Misere der Städte ist das überhaupt nicht mehr einsehbar“, so die Iserlohner Kreistagsabgeordnete der Liberalen, Martina Stenger. Bei einem Wegfall der Nachrichtenzentrale kann die Stadt Plettenberg 4,5 Stellen einsparen und die bisher dort gebundenen Mitarbeiter in anderen Bereichen des Krankentransport- und Rettungsdienstes sowie beim Brandschutz einsetzen. Bei der derzeitigen schlechten finanziellen Lage der Kommune ließe sich so die geforderte Arbeitszeitverkürzung von 56 auf 48 Stunden wöchentlich kostenneutral umsetzen. Mit der Aufschaltung nach Lüdenscheid werden jährlich rund 260 000 Euro an Personalkosten erspart. In Hemer und Menden seien es ebenfalls je 4,5 Stellen in Iserlohn neun, so Martina Stenger.

„Bei einem Defizit von 21,5 Millionen Euro muss auch Iserlohn ernsthaft über einen solchen Schritt nachdenken“, so Martina Stenger. Schon heute gingen alle Notrufe aus den Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises, die über Mobilfunk erfolgen, bei der Kreisleitstelle ein. Das habe in der Plettenberger Nachrichtenzentrale zu einem drastischen Rückgang bei den eingehenden Notrufen über die 112 geführt. Vor fünf Jahren seien es noch 6733 gewesen, im vergangenen Jahr nur noch 2410.

„Nur aufgrund von Befindlichkeiten und Animositäten zwischen Nord- und Südkreis gibt es bislang keine einheitliche und vernünftige Regelung“, kritisiert auch Elke Olbrich-Tripp, Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion der Grünen und Iserlohner Ratsfrau. „Hier sind noch immer einige beleidigt, weil der Zuschlag für den Sitz der Kreisleitstelle damals nach Lüdenscheid ging. Diesen Unsinn muss letztlich der Bürger bezahlen. Der Hinweis, eine Zentrale vor Ort könne besser disponieren, ist vollkommener Quatsch. In Kierspe oder Meinerzhagen bleibt auch niemand unversorgt auf der Straße liegen.“

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Kreise, die eine einheitliche Leitstelle haben, ständig erhöht. Lediglich die Kreise Borken, Minden-Lübbecke, Warendorf, Mettmann und der Märkische Kreis haben noch eigenständige Nachrichtenzentralen. Stenger: „Die Feuer- und Rettungswache Altena ist seit einem Jahr auf die Kreisleitstelle aufgeschaltet und die Zusammenarbeit wird vom Wachleiter als hervorragend bezeichnet.“

Wie die Leitstelle bei einer Aufschaltung aller Kommunen personell und technisch ausgestattet werden muss, soll ein Gutachten aufzeigen, das beim Märkischen Kreis für Ende September erwartet wird.“ - be

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare