Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung

Großaufgebot der Feuerwehr im Einsatz: 15 Verletzte in Iserlohn

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[Update 15.09 Uhr] Iserlohn - Die Feuerwehr ist am Freitagmorgen gegen 7.10 Uhr mit einem Großaufgebot zu einem Mehrfamilienhaus in der Iserlohner Piepenstockstraße ausgerückt. Das Einsatzstichtwort lautete "ManV 10" (Massenanfall von Verletzten). 

Ein Kinderwagen und ein Stuhl hatten im Hausflur des Mehrfamilienhauses in der Piepenbrockstraße gebrannt. Ein Feuer mit Folgen: 15 Bewohner des Zehn-Parteien-Hauses mussten wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt werden, bei elf weiteren Bewohnern konnten die Notärzte vor Ort Entwarnung geben. 

Die Feuerwehr muss in solchen Lagen abwägen, welche Taktik zur Rettung und Brandbekämpfung sinnvoller ist. "Wenn der Brandherd direkt erreichbar ist und schnell beseitigt werden kann, ist es besser, erstmal zu löschen", erklärt Jörg Döring, Chef der Iserlohner Feuerwehr. 

Zwar komme bei so einem Objekt auch eine Rettung über Drehleitern in Betracht, aber die dauere länger und ist für die Betroffenen mitunter gefährlicher. 

So war es einfacher, mit einem Aufwand von drei Minuten für die Brandbekämpfung und weiteren fünf Minuten zum Lüften die Bewohner durch das Treppenhaus herauszuführen. In diesem Fall waren dazu noch nicht einmal Fluchthauben nötig.

Dennoch hat der Brand Spuren und eine massive Geruchsbelästigung im Flur hinterlassen. Die zuständige Wohnungsgesellschaft wird nun für eine umfassende Reinigung sorgen, danach können die Bewohner zurückkehren. Die, die nicht ohnehin gerade medizinisch versorgt werden, sind zwischenzeitlich bei Freunden und Verwandten untergekommen.

Das teilte die Feuerwehr Iserlohn zum Einsatz mit

  • Die Anzahl der zunächst Verletzten Personen stieg nach und nach an, so dass parallel zum Feuerwehreinsatz eine hohe Anzahl an Rettungsmittel erforderlich war. 
  • Die eingesetzten Einsatzmittel des Iserlohner Rettungsdienstes (drei Rettungswagen, ein Krankentransportwagen und ein Notarzt) reichten nicht aus. 
  • Aus mehreren Städten (u.a. Hagen und Menden) kamen weitere sechs Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen, drei Notärzte und ein Leitender Notarzt zur Einsatzstelle, zudem eine Einsatzeinheit mit einem Gerätewagen San, Gerätewagen Tech und Kommandowagen. 
  • An der Einsatzstelle waren 35 Einsatzkräfte der Feuerwehr Iserlohn im Einsatz. Ein Rettungsmittelhalteplatz und Bereitstellungsraum unter der Brücke des Theodor-Heuss-Rings in Höhe des Rathauses wurde eingerichtet. 
  • Auch dort standen 35 Einsatzkräfte der Feuerwehr Iserlohn in Bereitstellung. 
  • Auf der Feuerwache an der Dortmunder Straße waren ebenfalls 10 Einsatzkräfte in Bereitstellung um den Grundschutz zu sichern. 
  • Ein Bus der Märkischen Verkehrsbetriebe ist auch angefordert und auch eingesetzt worden.

Nach knapp vier Stunden war der Einsatz gegen 11 Uhr beendet.

Die Polizei hat die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen. Zur Höhe des Sachschadens konnten die Beamten noch keine Angaben machen. 

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