Weiße-Flecken-Karte für MK

Internet-Lücken? Wer hier wohnt, kann diesen Text nicht lesen

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Märkischer Kreis - Immerhin mehr als 5 000 Haushalte im gesamten Kreisgebiet haben auch im Jahr 2018 noch keinen Zugang zum Internet. Damit soll Schluss sein.

Der Kreisausschuss gab in seiner Sitzung am Donnerstag grünes Licht für den flächendeckenden Breitbandausbau – bis in den letzten Winkel des Kreises. 2025 soll es soweit sein. 

Landrat Thomas Gemke erörterte kurz nach dem Beschluss seinen Parteikollegen im Rahmen der Mitgliederversammlung der CDU Halver die Pläne. Demnach geht es um eine Förderung durch Bundes- und Landesmittel in einer Gesamthöhe von 60 Millionen Euro, die am Ende einen Glasfaseranschluss bis zu den bislang „unversorgten Adressen“ möglich machen soll. 5054 davon sind für den Gesamtkreis vorgemerkt, 454 zum Beispiel für Plettenberg (siehe unten).

 „Der Ausbau scheitert nicht am Geld“, machte Gemke deutlich. Doch „die Bauindustrie ist komplett zu“, sagte er über die technischen Vorzeichen, wenn es in den kommenden Jahren darum gehe, „den kompletten Kreis umzugraben“. 

60 Millionen Euro soll der Glasfaserausbau kosten. Das dafür benötigte Geld stammt überwiegend aus Fördertöpfen von Bund und Land. Lediglich ein Eigenanteil von 10 Prozent verbleibt bei den Kommunen – es sei denn, sie befinden sich in der Haushaltssicherung. Dann übernimmt das Land NRW auch diese Beträge. Maximal kommen auf die Kommunen also Kosten in Höhe von 6 Millionen Euro zu. 

Bereits bestehende Ausbauvorhaben in dichter besiedelten Gebieten allerdings stocken. Aktuell läuft noch das Vergabeverfahren für den sogenannten „3. Call“ – also die dritte Ausbaustufe. Die Verhandlungen mit den Anbietern laufen, spätestens bis März 2019 sollen die Verträge unterzeichnet sein. Bis alle Glasfaseranschlüsse gelegt sind, wird es aber 2022. 

Gemke beklagt überbürokratisierte Verfahren. „Die Verfahren zur Breitbandförderung müssen umgehend überarbeitet und drastisch beschleunigt werden“, heißt es in einer dringenden Bitte an alle Verantwortlichen auf Europa-, Bundes- und Landesebene. Das Zitat stammt aus einem Brief an die Bürgermeister der Kreis-Kommunen. Auf drei dicht beschriebenen Seiten ist darin dokumentiert, welche Rückschläge und Hürden der Breitbandausbau seit dem Beschluss im Kreistag von März 2015 zu überwinden hatte. 

Ein Zeitraum von mehr als drei Jahren vom Ausgangsbeschluss bis zur Vertragsunterzeichnung mit dem Bieter sei nicht hinnehmbar, stellte der Landrat fest.

Unterversorgte Adressen („Weiße Flecken“) für den 6. Call des Bundesförderprogramms für Privathaushalte:

Altena

225

Balve

68

Halver

163

Hemer

557

Herscheid

225

Iserlohn

760

Kierspe

202

Lüdenscheid

175

Meinerzhagen

197

Menden

1070

Nachrodt-Wiblingwerde

218

Neuenrade

423

Plettenberg

454

Schalksmühle

152

Werdohl

165

Insgesamt MK

5054

Quelle: Märkischer Kreis, (Stand 28.09.2018 nach Markterkundung)

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