Bodenproben genommen

Giftige Rauchwolke überm Märkischen Kreis: Wie gefährlich war die Asche?

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Eine dichte Rauchwolke stieg über dem Industriegebiet auf.

Märkischer Kreis - Eine giftige Rauchwolke ging am 20. September über Teilen des Märkischen Kreises nieder. Die Behörden warnten damals vor dem Verzehr von Obst und Gemüse. Jetzt liegen die Ergebnisse der Bodenproben vor. 

Damals hatte es in einem Industrieunternehmen in Radevormwald gebrannt und einen Großeinsatz der Feuerwehr und Rettungskräfte ausgelöst. Da der Verdacht bestand, dass sich giftige Asbest-Partikel im Rauch befinden, wurden die Bewohner in Iserlohn, Lüdenscheid, Halver und Nachrodt-Wiblingwerde mit der Katastrophen-App "Nina" aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Gewarnt wurde vor Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag. (Hier geht es zum Bericht).

In den folgenden Stunden wurden in den betroffenen Bereichen sogenannte Wischproben genommen, die anschließend zur Untersuchung ans Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) geschickt wurden. Dort wurden die Proben auf Asbest und Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) getestet. Beide Stoffe stehen im Verdacht krebserregend zu sein. 

Auch die Feuerwehr Halver war in Radevormwald im Einsatz.

Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Demnach wurden zwar Nachweise geführt, die festgestellten Mengen bleiben aber unterhalb der Grenzwerte. Die Stadt Radevormwald kommt daher in Abstimmung mit dem Oberbergischen Kreis zu dem Ergebnis, dass kein "nennenswertes Gefahrenpotenzial" bestehe, wie sie am Donnerstag (4. Oktober)  mitteilte. 

Somit seien im Hinblick auf die Ernte und die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, Gemüse und Obst keine besonderen Maßnahmen erforderlich, der Verzehr sei uneingeschränkt möglich, teilt die Stadt mit.  

Dennoch rät das Lanuv weiterhin zur Vorsicht. Vorsorglich sollten Anwohner von Orten, über die die Rauchwolke gezogen ist, folgende Hinweise beachten: 

- Gründliches Waschen, Putzen und/oder Schälen ist ratsam. Bearbeitungsreste können kompostiert werden. 

- Stark beaufschlagtes und dadurch ungenießbar erscheinendes Obst oder Gemüse sollte mit dem Hausmüll entsorgt werden

- Brandverwehungs-Materialien sollten eingesammelt (Handschuhe tragen) und mit dem Hausmüll entsorgt werden.

- Durch Brandpartikel oder -rückstände sichtbar verschmutzte Kinderspielflächen sollten gereinigt werden

- Bei Sandkästen sollte gegebenenfalls die oberste Schicht abgetragen und mit dem Hausmüll entsorgt werden. 

Für Nachfragen steht das Ordnungsamt als Ansprechpartner zur Verfügung unter Tel. 02195 606302 oder -303 oder per E-Mail unter ordnung@radevormwald.de, unter Angabe der Kontakt- und Grundstücksdaten.

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