Geld für Auftragsvergabe

Der Bagger ist angerückt, die Gleise auf der ehemaligen Bahntrasse weichen einem Radweg: Hemers Bürgermeister Michael Esken (l.) und Unternehmer Timo Meißner (r.) sind zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.

HEMER -  Wären solche Auftragsvergaben die Regel, keine einzige Stadt hätte finanzielle Probleme. So aber bleibt Hemer ein Sonderfall und darf sich über den Vertrag zum Abbau von Bahnschienen freuen. Das beauftragte Unternehmen zahlt 17 000 Euro in die Stadtkasse.

Die Verwaltung hat dem baden-württembergischen Unternehmen Meißner den Zuschlag erteilt, die Schienen auf der ehemaligen Bahntrasse von Hemer nach Menden aufzunehmen. Auf der etwa 5,8 Kilometer langen Trasse soll ein Radweg entstehen. Acht Unternehmen bewarben sich um den Auftrag, die Firma Meißner erhielt ihn. Sie zahlt dafür 80 000 Euro, davon verbleiben 17 000 Euro bei der Stadt, den Löwenanteil erhält die Bahnentwicklungsgesellschaft. Das Unternehmen kann im Gegenzug den Schienenschrott vermarkten. 800 Tonnen liegen auf dem Teilstück, mit rund 241 Euro pro Tonne haben die Schrottpreise den höchsten Stand seit neun Monaten erreicht.

„Für die nun anstehenden knapp sechs Kilometer werden wir etwa sechs bis acht Wochen je nach Witterung benötigen“, schätzt Meißner, der seine „Kolonne“ bereits in Stellung gebracht hat. Die schweren Stahlgleise müssen mit Schweißgeräten getrennt werden, ein Bagger verlädt das Material dann auf Lastwagen zum Abtransport, damit im Frühjahr mit dem Bau des Radweges begonnen werden kann.

„Auch wenn die Bahntrasse als solche gewidmet bleibt, wird der Bund die Kosten in Höhe von rund einer Million Euro für den Radwegebau tragen“, hat Esken gemeinsam mit Hemers politischen Vertretern und dem Landesbetrieb Straßen.NRW ausgehandelt. „Wieder einmal hat sich ein politischer Schulterschluss in Hemer als richtige, richtungweisende und vorbildliche Entscheidung bestätigt.“ Es sei utopisch zu glauben, dass auf der Trasse mittelfristig wieder Züge polterten, so Esken. „Anstatt die Bahntrasse brach liegen zu lassen und Gänseblümchen und Löwenzahn anzupflanzen, werden wir sie nutzbar für alle gestalten.“

Was mit dem Geld geschehen soll, das die Firma Meißner überweist, steht bereits fest. Eine LED-Beleuchtung soll den künftigen Radweg auch bei Dunkelheit sicher machen. „Solche Investitionen sind Sache der Stadt“, so Esken. Im April beginnen die Arbeiten für den eigentlichen Radweg. - be

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