Gefälschte Tüv-Berichte für Autokäufer

MÄRKISCHER KREIS ▪ Wer freut sich nicht über ein vermeintliches Schnäppchen: Ein günstiger Gebrauchtwagen ist im Angebot und der Verkäufer garantiert auch noch die Tüv-Abnahme.

Die böse Überraschung folgte in rund 50 Fällen nach dem Kauf bei der Um- oder Anmeldung des Fahrzeuges beim Iserlohner Straßenverkehrsamt. Die geschulten Mitarbeiter der Behörde entdeckten, dass die vorgelegten Tüv-/Dekra-Berichte offensichtlich gefälscht waren und informierten in jedem Einzelfall die Iserlohner Polizei.

Der Sachbearbeiter im Iserlohner Kriminalkommissariat hatte es mit einer Vielzahl von enttäuschten Fahrzeugkäufern zu tun, die sich jetzt auch dem Tatvorwurf der Urkundenfälschung stellen mussten.

Im Rahmen der Ermittlungen wurde deutlich, dass die Herkunft der Fahrzeuge und damit die Verkäufer und Vermittler sich leider nicht auf eine Quelle konzentrieren ließen, so Polizeisprecher Norbert Pusch. Vielmehr zeigt sich ein Verbreitungsgrad der Fälschungen über alle Städte des Nordkreises und darüber hinaus. In einer Großaktion wurden am Mittwoch in Iserlohn (sechs), Menden und Hemer (je einen) Kfz-Händlerbetriebe und auch Privatwohnungen durchsucht.

Zahlreiche schriftliche Unterlagen, sowie Datenträger werden in den nächsten Wochen auf Anordnung der Staatanwaltschaft ausgewertet, die Vernehmungen von Verkäufern und Vermittlern laufen derzeit, so dass noch kein Gesamtergebnis präsentiert werden kann, so Pusch.

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen ist nicht auszuschließen, dass weitere Fälschungen im Umlauf sind, diesbezüglich werden die Mitarbeiter der Zulassungsstellen weiterhin sorgfältig An- und Ummeldungen prüfen.

Sorge bereitet der Polizei natürlich der Umstand, dass nicht auszuschließen ist, dass zurückliegende Fahrzeugzulassungen, unter Umständen auch in anderen Städten, durch das Überprüfungsnetz geschlüpft sind und gutgläubige Fahrzeughalter im Besitz gefälschter Gutachten mit tatsächlich verkehrsunsicheren Fahrzeugen unterwegs sind

Im Interesse der Verkehrs- und Rechtssicherheit sollten Fahrzeughalter, die innerhalb des letzten Jahres einen Gebrauchtwagen im niedrigen Preissegment (maximal bis 3000 Euro) mit aktueller Prüfbescheinigung der Dekra oder des TÜV-Nord erstanden haben, bei etwaigen Bedenken Rücksprache mit den jeweiligen Prüfstellen oder auch direkt mit der Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamtes halten, empfiehlt der Sprecher. „Über die Kombination von Prüfberichtsnummern, Prüfern und Prüfstellen können die Unternehmen schnell verdächtige Dokumente herausfiltern und den Fahrzeugbesitzern so Argumente auch für etwaige zivilrechtliche Ansprüche liefern.“

Der Weg zur Polizei im Rahmen einer Anzeigener-stattung helfe, den Verteilerkreis der gefälschten Dokumente aufzuhellen und unterstütze die Ermittlungen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare zu diesem Artikel