Gasbohrung: Fracking kein Thema mehr

Manfred Kunkel, Fraktionschef der Linken.

MÄRKISCHER KREIS ▪ „Es geht manchmal lebhafter in den Sitzungen des Kreistages zu als heute“, prophezeite Landrat Thomas Gemke bei der Begrüßung der Gäste aus den Partnerkreisen Ratibor, Wrexham und Elbe-Elster vor Beginn der Tagung. Die war auch ausgesprochen spannungsarm nach knapp 45 Minuten beendet, bevor der Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Verbindung mit Ratibor begann.

Ob es tatsächlich im Märkischen Kreis zur unkonventionellen Förderung von Erdgasaufkommen durch die Firma Wintershall kommen wird, konnte auch der Antrag der Linken nicht klären. Die Fraktion hatte gefordert, der Märkische Kreis möge sich entschieden gegen jede Art der Förderung wenden. Hauptsorge war für Fraktionschef Manfred Kunkel das geplante Fracking-Verfahren im Erkundungsfeld Ruhr mit Balve, Neuenrade, Altena, Hemer, Iserlohn und Nachrodt. Bei solchen Bohrungen werden Chemikalien mit großem Druck in die Tiefe gepresst. Das so Kunkel, könne zu massiven Umweltschäden führen.

Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper konnte die Linken so weit beruhigen, dass die Fraktion ihren Antrag zurückzog. Bis Ende des Sommers werde sich das Unternehmen intern Gedanken darüber machen, ob Gas im Kreis überhaupt ein Thema ist. Zugesichert habe Wintershall aber bereits, auf das umstrittene tiefengesteuerte Fracking zugunsten eines Flachkernbohrens zu verzichten. Grundsätzlich gebe es auch formelle Bedenken, pauschal auf einen Förderstopp bei der Bezirksregierung einzuwirken. „Das muss im Einzelfall geprüft werden.“ Ihre Zusicherung, die Fraktionen unverzüglich über neue Entwicklungen zu informieren, gab den letzten Ausschlag für die Rücknahme des Antrags.

Kämmerer Fritz Heer hat mit der Genehmigung des Haushaltes durch die Bezirksregierung eine Sorge weniger vor der Sommerpause. Die Arnsberger Finanzhüter hatten sogar lobende Worte für den Verzicht auf eine höhere Kreisumlage parat. „Der Kreistag hat sich bewusst dazu entschlossen, durch die Finanz- und Wirtschaftskrise verursachten Verwerfungen bei der Steuerkraft der kreisangehörigen Kommunen, im Rahmen seiner Möglichkeiten abzumildern.“ Für FDP-Chef Axel Hoffmann sind solch lobende Worte in der Sache völlig falsch. „Wir erhöhen unsere Schulden. Das Geld bekommen wir von den Städten und Gemeinden nie wieder.“ Das verschärfe die Finanzlage beim Kreis deutlich und werde letztlich zu Einsparungen im Kulturbereich führen. „Wir haben sonst kaum noch freiwillige Leistungen. Vor einem Abbau der Kultur haben wir immer gewarnt.“ - be

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