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Gab es ausreichend Warnungen im MK? Viele von den Fluten überrascht - kein Katastrophenalarm per Sirene

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Von: Jan Schmitz

Dieser Anblick bot sich der Meinerzhagener Feuerwehr an der ersten Einsatzstelle in Altena-Rahmede.
Dieser Anblick bot sich der Meinerzhagener Feuerwehr an der ersten Einsatzstelle in Altena-Rahmede. © Feuerwehr Meinerzhagen

Wurde die Bevölkerung in den Überschwemmungsgebieten im Kreis durch Sirenenalarm vor der Flut gewarnt? Nach bisherigem Stand nicht, wie Kreissprecher Alexander Bange auf Anfrage mitteilte.

Zwar heulten in einigen Bereichen unter anderem in Altena die Sirenen, allerdings nur zur dringlichen Alarmierung der Einsatzkräfte – erkennbar durch einen einminütigen Dauerton mit zweifacher Unterbrechung. Der eine Minute andauernde auf- und abschwellende Heulton dagegen war im Kreis nicht zu hören. Er steht für Katastrophenalarm. Fraglich ist allerdings, ob die Bevölkerung das Signal hätte richtig deuten können.

Kreisweit sind inzwischen 168 Sirenen installiert, beim letzten landesweiten Warntag am 11. März dieses Jahres funktionierten jedoch nicht alle einwandfrei. Damals versäumte es der Kreis als zuständige Katastrophenschutzbehörde eine Warnung über die Warn-App Nina zu versenden. Das war diesmal anders. Am Mittwoch (14. Juli) um 20.04 Uhr warnte der Märkische Kreis als zuständige Katastrophenschutzbehörde vor Gefahr durch „Hochwasser/Überflutung“.

Menschen in den betroffenen Bereichen sollten Heiz- und Kochgeräte abschalten, das Gebäude verlassen und sich „an einen sicheren Ort“ begeben. Alle anderen wurden gebeten, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und unnötige Fahrten zu vermeiden. Zuvor hatte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz mehrere Unwetterwarnungen für den Märkischen Kreis an die App-Nutzer im Kreis verschickt. Vorhergesagt wurde Extremwetter mit Regenmengen bis 160 Liter pro Quadratmeter – in 72 Stunden. In Lüdenscheid fielen allerdings 151 Liter innerhalb von 24 Stunden, in anderen MK-Kommunen noch mehr. Wie viele Smartphone-Nutzer im Kreis die Nina-Warnapp haben, ist nicht bekannt.

Wie die Menschen vor Ort über die Nina-Warnapp hinaus gewarnt werden, obliegt nach Angabe von Kreissprecher Alexander Bange den Städten und Gemeinden: „Es ist ihre Aufgabe, die Bevölkerung vor Ort zu warnen.“ Dies gelang nicht. Zahlreiche Flutopfer in Lüdenscheid und anderswo berichteten, von der Wucht der Wassermassen überrascht gewesen zu sein. „Krisenstab und Einsatzleitung befinden sich derzeit noch in einer Schadensbegrenzungslage. Wir konnten das Ereignis noch nicht aufarbeiten“, erklärte Kreissprecher Bange. Dies werde nach Abschluss der Maßnahmen erfolgen. Mehr als 3.500 Einsätze fuhr die Feuerwehr seit Beginn der Hochwasser-Katastrophe im Märkischen Kreis. In Wettringhof wurde ein Kind aus den Fluten gerettet, in Lüdenscheid-Brügge drohte Flüssiggas zu explodieren, während die Feuerwehr von den Fluten eingeschlossene Menschen rettete.

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