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Fracking bleibt ein Sorgenthema im Kreis

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MÄRKISCHER KREIS – MÄRKISCHER KREIS ▪ Michael Blum hatte gestern erwartungsgemäß keinen leichten Stand im Kreishaus. Der Geophysiker des Energiekonzern Wintershall stand im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung Rede und Antwort zu den vorgesehenen Erdgasbohrungen und dabei besonders zum umstrittenen Fracking.

Zerstreuen konnte der Fachmann die Bedenken vieler Politiker und Besucher nicht, gleichwohl galt ihm der Respekt für seinen Auftritt, denn das ist in der Branche längst nicht selbstverständlich. Zur Erinnerung: Das Unternehmen hat die Lizenz, geologische Untersuchungen zur Förderung von unkonventionellem Gas im Bereich Rheinland und Ruhr erhalten. Betroffen von dem Einzugsgebiet ist auch der nördliche Märkische Kreis. Bis 2013 sollen die Gesteine aus fünf Probebohrungen in Tiefen von 200 bis 250 Metern analysiert sein. Dafür gebe es weder Genehmigungen für Tiefenbohrungen noch für das Fracking. Vielmehr würden diese Test mit Süßwasserspülung vorgenommen. Damit war das Thema schnell erledigt, aber was kommt danach?

Sollten die Proben ausreichend reich an Erdgas sein, kämen Tiefenbohrungen von 1000 bis 2000 Metern in Frage. Unter Hochdruck bis 1000 Bar soll eine Kombination aus Sand und Chemikalien mit toxischen Stoffen ein Netzwerk von kleinen Rissen in das Gestein pressen, um so an die wertvolle Ressource zu gelangen. „Bei Null liegt das Risiko nicht, aber es ist sehr, sehr klein“, so Blum.

Marcus Tillmann von den Grünen sah etwa die Gefahr, dass sich diese Additive mit dem Grundwasser vermischen. In den Tiefen gebe es keine Reaktionen, versuchte der Firmenvertreter zu beruhigen. Vergebens. Ihre Sorgen brachten auch einige Bürger auf den Punkt. „Sie können dort auch nicht reinsehen. Nichts ist schließlich sicher.“ Das wäre möglicherweise anders, wenn statt giftiger Chemikalien grüne und damit unbedenkliche Stoffe in Zukunft zum Einsatz kämen. Blum: „Es wird mit Hochdruck daran geforscht.“ - be

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