Interview mit dem Bürgermeister

Was für Konsequenzen haben die Holthauser Wehrleute zu befürchten?

+
Bei einer Bürgerversammlung erklärte die Löschgruppe ihre Beweggründe. 

Plettenberg – Vor knapp zwei Wochen hatte die gesamte Löschgruppe Holthausen ihren Rücktritt erklärt. Vorausgegangen waren etliche Diskussionen zwischen der Löschgruppenführung und der Plettenberger Wehrleitung. Jetzt droht der Bürgermeister mit Konsequenzen für die Wehrleute. Redakteur Georg Dickopf hat in einem Interview nachgehakt, was jetzt auf die Ehrenamtler zukommt. 

Zum Hintergrund: Man warf dem Wehrleiter mangelnde Kommunikation vor und forderte den Rücktritt des Wehrleiters. Der Wehrleiter äußerte sich bis heute nicht öffentlich zu den Vorwürfen. Nach einer Bürgerversammlung der Holthauser, bei der die Ehrenamtler die Fragen der Bürger beantworteten, entschied sich die Löschgruppe, ihren Dienst für die Bevölkerung weiterhin zu leisten unter einer Voraussetzung: Man forderte ein Mediationsverfahren mit externen Streitschlichtern, an die sich alle Plettenberger Feuerwehrleute anonym wenden können, damit eventuelle Missstände aufgedeckt werden können. Nun will der Bürgermeister aber Disziplinarverfahren gegen die Holthauser einleiten.

Herr Schulte, was gibt es für Konsequenzen für die Holthauser Wehr? Ich habe bei der Zusammenkunft angekündigt, dass ich vorhabe, gegen Teile der Löschgruppe ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Bedeutet das, dass alle Freiwilligen Wehrleute jetzt genau aufpassen müssen, was sie sagen? 

Es gibt Grenzen bei der Feuerwehr in Sachen Demokratie. Was vorgefallen ist, hat einen massiven Schaden verursacht. Die Funktion des Wehrleiters wurde öffentlich beschädigt. 

Was bedeutet ein Disziplinarverfahren für den Einzelnen? Muss man aus der Wehr austreten? Ob und was bei dem Verfahren herauskommt, ist noch nicht absehbar, zumal Einspruch erhoben werden kann. Für die Freiwilligen dürfte das keine beruflichen Konsequenzen haben. Bei den Hauptamtlichen muss eine Meldung an den Dienstherren erfolgen. 

Es wirkt so, als ob alle Kritiker ruhiggestellt werden sollen, oder ist der Eindruck falsch? Es ist ja nicht gesagt, dass alle zurücktreten müssen und es geht nicht darum, alle Kritiker mundtot zu machen. Für die Zusammenarbeit der Löschgruppen ist eine Mediation weiter notwendig. Über den Ombudsmann muss der Rat noch entscheiden.

Info: Was ist ein Disziplinarverfahren?

Der stellvertretende Wehrleiter Markus Hüsken spricht in seinem Leserbrief  von disziplinarischen Konsequenzen, mit denen die Holthauser Wehrleute rechnen müssten. Was kann nun passieren?  Das Verfahren soll in der nächsten Woche eingeleitet werden. Die Betroffenen haben dann zwei Wochen mündlich und vier Wochen schriftlich Zeit, Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte auf Nachfrage. Danach werde erwogen, wie es weitergeht. Als Beispiele nannte Schulte eine Einstellung des Verfahrens, eine Verwarnung oder aber einen Ausschluss aus der Feuerwehr. „Das hängt vom Ausgang des Verfahrens ab“, erklärt Schulte. Ein möglicher Ausgang lasse sich jetzt noch nicht vorhersagen. Berufliche Konsequenzen müssten die betroffenen Ehrenamtler nicht haben, denn sie sind nicht bei der Stadt eingestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare