FDP: Sparkurs bei der MVG nicht mehr vorrangig

MÄRKISCHER KREIS ▪ In einer gemeinsamen Sitzung der FDP-Kreistagsfraktion, der FDP-Fraktionsvorsitzenden aus den märkischen Kommunen und den Delegierten des „kleinen Parteitages“ haben sich die Liberalen für die alleinige Verantwortung des Kreises für die MVG ausgesprochen.

„Nur eine solche Konstruktion garantiert die flächendeckende Versorgung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr, der den unterschiedlichen Gegebenheiten angepasst ist“, unterstrich Kreisvorsitzender Axel Hoffmann. „Partei und Fraktion werden sich auch weiter dafür einsetzen, dass der Märkische Kreis und damit der Kreistag unmittelbaren Einfluss auf die Geschäftspolitik im Bereich des Nahverkehrs nehmen wird.“

Zwar dürfe die Pflicht zur Wirtschaftlichkeit nicht ausgehebelt werden, aber: „Sparen allein sei nicht mehr vorrangig.“ Das sei nur ein Aspekt. Vielmehr stehe ein leistungsfähiges Angebot im Vordergrund. Nach der Vorgabe von Kreiskämmerer Fritz Heer soll die MVG in diesem Jahr 400 000 Euro einsparen, um das Defizit nicht weiter zu erhöhen. Für 2010 hat der Kreis 7,3 Millionen Euro als Ausgleich eingeplant, 2009 waren es 3,4 Millionen Euro. Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Februar werde es Veränderungen im Angebot geben, um das Ziel zu erreichen, so MVG-Pressesprecher Jochen Sulies.

Für die Zukunft könne es aber nicht mehr sein, dass der Kreiskämmerer die Vorgaben mache, so Hoffmann. Die Kommunen des Märkischen Kreises blieben selbstverständlich aufgefordert, auch in ihrem Verantwortungsbereich alles, auch durchaus Wünschenswertes, einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Gleichzeitig müssten aber auch Möglichkeiten eines ergänzenden oder zusätzlichen Angebots zu prüfen und zu testen. Wenn eine Stadt wie Lüdenscheid in größerem Stil seniorengerechtes wohnen anbiete, dann müsse ausgelotet werden, wie diese Einheiten besser angebunden werden können.

Außerdem müsse weiterhin alles getan werden, um die Städte und Gemeinden untereinander zu verbinden und die Außenbereiche nicht abzukoppeln.

„Der Öffentliche Nahverkehr muss weiterhin effektiv sein, er lässt sich aber nicht mit dem Begriff sparen regeln.“ Die Liberalen sähen sich dabei auch in der Verantwortung der Mitarbeiter, die in dem bisherigen Anpassungsprozess bereits einen erheblichen Beitrag geleistet hätten. „Uns war es wichtig, in einer gemeinsamen Position zu zeigen, dass wir einen leistungsfähigen Nahverkehr unter der Regie des Kreises behalten wollen.“ - be

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