FDP-Posten nach elf Jahren hingeworfen

MÄRKISCHER KREIS ▪ Martina Stenger, FDP-Kreistagsabgeordnete und Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion, beendet nach elf Jahren ihre Tätigkeit als Fraktionssekretärin der Liberalen in Iserlohn. Diese Personalie ist praktisch das Nachbeben aus einem unruhigen vergangenen Jahr für die Liberalen in der Waldstadt.

Nach der Kommunalwahl 2009 hatte die Fraktion mit Detlef Köpke an der Spitze entschieden, den Vertrag mit Martina Stenger nicht zu verlängern. Dieses Ansinnen sorgte für Krach, denn inzwischen saß mit Thomas Stenger auch der Ehemann mit in der Fraktionsrunde. Köpke, schon im Amt des Vorsitzenden, wurde gestürzt, in Dr. Bernd Volker Dresp ein Nachfolger gefunden. Mit dem neuen Mann wurde auch der Vertrag mit Martina Stenger verlängert. Doch nun die Wende: Dr. Dresp zog am Wochenende zurück. Seine beruflichen Verpflichtungen als Zahnarzt und seine Absicht, ein berufsbegleitendes Studium zu absolvieren, ließen ihm keinen ausreichenden zeitlichen Spielraum für den Fraktionsvorsitz. Neu gewählt an die Spitze: Detlef Köpke. „Wir haben einen einvernehmlichen Aufhebungsvertrag zum 30. Juni dieses Jahres geschlossen“, so Martina Stenger. Unter diesen Bedingungen sei keine einvernehmliche Basis mehr gegeben.

Auch der FDP-Kreisvorsitzende Axel Hoffmann hatte im vergangenen Jahr seine liebe Not mit seinen liberalen Kollegen aus Iserlohn. Dort hatte Anfang 2010 Thomas Stenger mit nur einer Stimme Vorsprung Rivale Köpke bei der Wahl zum Stadtverbandsvorsitzenden geschlagen. Die Unterlegenen bemühten das Schiedsgericht der Partei, da der Vorstand nicht über die Aufnahme von Neumitgliedern entschieden habe und deren Stimmen deshalb unwirksam gewesen seien. Mitte des Jahres dann ein neuer Anlauf. Stenger und Köpke traten nicht an, seither führt Markus Munkenbeck den Ortsverband.

Das erbitterte Duell sorgte auch auf dem Kreisparteigag im vergangenen Jahr für Irritationen. Die fünf Beisitzerposten sollten – wie zuvor einvernehmlich abgesprochen – im Block vergeben werden. Einer von ihnen: Thomas Stenger. Das Vorhaben von Regisseur Hoffmann geriet kurzfristig ins Wanken, als plötzlich Köpke vorgeschlagen wurde. Erst als er zurückzog, war die Sache wieder im Lot.

„Unter Dr. Dresp hätte ich selbstverständlich weitergemacht, aber in dieser Konstellation geht es nicht. Das ist nach elf Jahren mehr als schade“, zog Martina Stenger Bilanz. - be

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