Täter im Ausland mit guter Ortskenntnis

Falsche Polizisten: Zwei Senioren im MK abgezockt - 79-Jähriger verliert sein Vermögen

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Symbolfoto

Iserlohn - Falsche Polizeibeamte haben wieder in Iserlohn abkassiert. Gleich zwei Senioren sind auf die Betrüger hereingefallen. Ein 79-Jähriger verlor sein gesamtes Vermögen - auch eine 78-Jährige gab nach täglichen Anrufen irgendwann nach. Diese Fälle und nicht zuletzt einen Millionen-Betrug in Dortmund nimmt die Polizei erneut zum Anlass für eine ausdrückliche Warnung.

Ein 79-jähriger Senior übergab einem angeblichen Polizeibeamten am Mittwoch um 15 Uhr sein gesamtes nicht unerhebliches Bargeldvermögen, zum "Zweck der Eigentumsicherung", wie der Verbrecher ihm versichert hatte. Auf Nachfrage unserer Redaktion bezifferte Polizeisprecher Christof Hüls den Verlust des Vermögens nicht genauer, sagte aber, dass sich der Betrag im "sehr schmerzhaften Bereich" bewege.

Erst als der angebliche Ermittler das Geld drei Stunden später immer noch nicht zurückgebracht hatte, wurde der Senior misstrauisch und hakte bei der echten Polizei nach.

Diese beschreibt den Abholer nun folgendermaßen: Er soll etwa 30 Jahre alt, circa 1,85 Meter groß und schlank sein. Er sprach akzentfrei Deutsch und war zivil gekleidet.

Zehn Tage lang Telefon-Terror, bis 78-Jährige nachgibt

Ein weiterer Fall, der sprachlos macht: Über zehn Tage lang hatte sich ein angeblicher Kripobeamter der echten Polizei zufolge täglich bei einer 78-jährigen Frau gemeldet. 

Sie gab den diversen Aufforderungen schließlich nach und übergab dem Betrüger Schmuck, Goldmünzen, Bankkarte samt Pin-Nummer sowie Bargeld. Die Bank der Frau konnte eine vom Täter veranlasste höhere Überweisung noch gerade eben stoppen, heißt es von der Polizei. Bei der Bank war der ungewöhnlich hohe Betrag aufgefallen, wie Christof Hüls auf Nachfrage sagte.

Millionen-Betrug in Dortmund - Polizei warnt ausdrücklich

Erst vor wenigen Tagen hatten die Gauner in Dortmund ein Millionen-Vermögen abgestaubt. "Die Polizei kann nur immer wieder vor dieser Betrugsmasche warnen", heißt es. In Wellenbewegungen gingen fast jede Woche bis zu mehrere Dutzend Anzeigen bei der Polizei ein.

Unfassbarer Fall: "Falsche Polizisten" machen bei Seniorin (79) Beute in Millionenhöhe

In der Regel kennen die meist älteren Opfer die Betrugsmasche. Doch es gibt eine erhebliche Dunkelziffer: Sowohl die Zahl der Angerufenen als auch die Zahl der vollendeten Betrugsfälle dürfte erheblich höher sein, so die Polizei. Die Betrüger agieren von Call-Centern im Ausland aus und zeichnen sich durch eine hohe Ortskenntnis aus.

Diese Lügengeschichte wird meistens aufgetischt

So beschreibt die Polizei die meist genutzte Lügengeschichte - auch wenn es noch einige weitere gibt: Die Polizei hat Einbrecher festgenommen. Diese führten eine Liste mit Namen und Adressen bei sich, auf der auch der Angerufene stehe. Kern des Gesprächs ist die Frage: "Haben Sie Wertsachen?" Irgendwann direkt im ersten Gespräch oder nach unzähligen Telefonaten bieten die Betrüger dann großzügig an, Geld oder Schmuck "in sichere Verwahrung" zu nehmen.

So gehen die Täter dann weiter vor:

Immer wieder bringen die Täter ihre Opfer sogar dazu, hohe Geldbeträge von der Bank abzuheben. Nicht immer lassen sich die Täter blicken. Manchmal fordern sie ihre Opfer auch auf, den Geldsack am Friedhof oder vor der Haustür abzustellen. 

Deshalb mahnt die Polizei erneut: "Lassen Sie sich erst gar nicht auf ein Gespräch mit den raffiniert agierenden Anrufern ein!"

Selbst Menschen, die schon von der Betrugsserie gehört haben, ließen sich "umdrehen" und gingen den Tätern auf den Leim, so die Polizei.

Das können Angehörige tun:

"Warnen Sie ältere Menschen! Machen Sie die Betrugsmasche zum ständigen Thema im Verwandten- und Bekanntenkreis. Im Betrugsfall erstatten sie schnellstens Anzeige. So lässt sich vielleicht noch ein Teil des Schadens verhindern - wie im Fall der 78-jährigen Iserlohnerin", so die Polizei im MK. - eB/kk

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