Altgebäude sanierungsbedürftig und viel zu klein: 

Fachhochschule will in Hagen neben der Fern-Uni bauen 

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Ein Gestaltungsbeispiel aus der Studie zeigt den Innenhof mit einem Teil der Fassade.

Hagen - Prof. Dr. Claus Schuster, Rektor der Fachhochschule Südwestfalen, geriet spürbar ins Schwärmen. Aus gutem Grund, denn es ging um die Vorstellung eines FH-Neubaus für den Standort in Hagen. Der könnte mit einem Schlag eine ganze Reihe von Problemen lösen, die die bisherige Einrichtung an der Haldener Straße belasten. Was jetzt noch als Studie vorliegt, soll möglichst rasch Realität werden.

Die Fachhochschule möchte ihren alten Standort komplett aufgeben und auf den Campus der Fern-Universität ziehen. Das Investitionsvolumen wird auf 100 bis 150 Millionen Euro geschätzt.

Platz ist dort genug, die Besitzverhältnisse sind nahezu ideal. Denn Eigentümer des Geländes ist der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) mit Sitz in Dortmund. Zu seinem Immobilienbestand gehören unter anderem die Fern-Uni wie auch die Fachhochschule. 

Sollten die Gespräche mit dem BLB und den verschiedenen Landesministerien in die gewünschte Richtung laufen, könnte im nächsten Jahr mit den konkreten Planungen begonnen werden. 

Das heutige FH-Domizil vereint unter seinem mehrfach geflickten Dach („Immerhin ist es jetzt dicht“) eine ganze Reihe von Nachteilen, die Prof. Schuster aufzählt: Das aus den 60er-Jahren stammende Gebäude wurde seinerzeit für 1500 Studenten konzipiert, heute werden fast doppelt so viele junge Menschen unterrichtet. „Wir haben uns gewaltig entwickelt und brauchen deshalb mehr Platz.“ 

Platzbedarf für die Forschung

Im Gegensatz zum Aufschwung bei den Studentenzahlen stehe der nach wie vor erhebliche Sanierungsbedarf des Gebäudes. „Eine Erweiterung und Sanierung im laufenden Betrieb ist gar nicht möglich“, sagt FH-Kanzler Heinz-Joachim Henkemeier. Ausweichmöglichkeiten gebe es aber keine. „Außerdem können wir die Labore nicht mal eben in einen Umzugswagen packen.“ 

Zwar stelle der BLB derzeit die Kosten für ein Sanierungsprogramm zusammen, aber die FH-Spitze ist optimistisch, dass auch die Bauexperten in der komplett neuen Variante die für alle Seiten beste Lösung sehen. „Auch Transfer und Forschung brauchen heute Platz.“ Mit der technischen Betriebswirtschaft, der Elektrotechnik; Informatik und Medizintechnik halte die FH in Hagen Studiengänge vor, „auf die unsere Industrie dringend angewiesen ist.“

 In einem großen Campus mit Fern-Uni und Fachhochschule sieht der Rektor zum einen die Stärkung für den Wirtschaftsstandort in der Region, zum anderen verweist er auf eine ganze Reihe von gemeinsamen Nutzungsmöglichkeiten. Mensa, Hörsäle, Bibliothek, Medientechnik, IT-Infrastruktur und eine bessere Anbindung durch den Öffentlichen Nahverkehr sind für Prof. Schuster schwergewichtige Argumente, die für eine enge Nachbarschaft zur Fern-Uni sprechen.

"Mehr Leben auf dem Campus"

Zu der Einrichtung pflege die FH bereits heute ein gutes Verhältnis. Fern-Uni-Rektorin Prof. Ada Pellert würde einen gemeinsamen Standort nicht nur wegen der Synergieeffekte begrüßen. Weil die Fern-Uni kaum Präsenzstudenten habe, käme mit den neuen Nachbarn „endlich mehr Leben auf den Campus“. Spätestens zur 200-Jahr-Feier der Fachhochschule im Jahr 2024 (die Keimzelle lag auf der Hagener Springe) sollen die FHler die Impulse setzen. 

Christoph Brünger, bei der SIHK zuständig für den Geschäftsbereich Standortpolitik, begrüßt die Pläne ohne Einschränkung. „Das innovative Rückgrat in der Region würde weiter gestärkt, denn eine gefragte Fachhochschule garantiert der mittelständischen Industrie beträchtliche Perspektiven.“

 Der Ausbau des Standortes wirke sich zudem positiv auf Lüdenscheid – z. B. in der Medizintechnik – aus, ist Brünger überzeugt. Prof. Schuster hält die Erweiterung in der Kreisstadt für unerlässlich: „Beide Prozesse beeinflussen sich nicht negativ – ganz im Gegenteil.“

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