Nach Rekord-Veranstaltung

Autofreies Volmetal vor dem Aus

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Hier liefen alle Fäden in Sachen Sicherheit zusammen: Im Meinerzhagener Rathaus hatten Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und THW den Überblick über das Geschehen auf der B 54.

Märkischer Kreis - Euphorische Radfahrer, entspannte Wanderer, ein zufriedener Veranstalter: Die vierte Auflage des Autofreien Volmetals brach am Sonntag mit mehr als 22 000 Teilnehmern alle Rekorde. Doch trotz (oder gerade wegen) dieser Resonanz steht die Veranstaltung offenbar vor dem Aus.

„Dieser Aktionstag hat die Chance, ein echtes Volksfest im Volmetal zu werden.“ Vier Jahre ist es nun her, dass der damalige Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) dem Autofreien Volmetal eine glänzende Zukunft prophezeite. Dabei waren damals „nur“ 9000 Teilnehmer gezählt worden und damit immer noch etwa 2000 mehr als bei der Premiere im Jahr 2012. 

Keine Neuauflage, "wenn sich Sachlage nicht ändert"

Aus der Prophezeiung wurde mittlerweile Realität, nach den 15 000 Radfahrern, Skatern und Wanderern von vor zwei Jahren erreichte die Veranstaltung nun ihr Allzeithoch. Auf die Nennung eines Termins für die fünfte Auflage verzichtete der Märkische Kreis diesmal aber ganz bewusst. „Wenn sich an der Sachlage nichts ändert, wird es kein weiteres Autofreies Volmetal geben können“, sagte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper am „Tag danach“ auf Anfrage unserer Zeitung.+

Bahnverkehr macht Probleme

Hintergrund sind nach ihrer Aussage hohe Hürden zur Sicherung der 26 Bahnübergänge zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid-Brügge, die ab Dezember bekanntlich wieder von Personenzügen genutzt werden sollen. Zwar kreuzen die Gleise nur an zwei Stellen die B 54 (in den Kiersper Ortsteilen Bollwerk und Hüttebruch), aber auch abseits der Strecke müsse mit einem „erhöhten Verkehrsdruck“ auf die Bahnübergänge in Richtung der angrenzenden Ortschaften gerechnet werden. „Und man kann sich schnell ausmalen, was passiert, wenn der erste Radfahrer einfach über die Gleise marschiert und die anderen ihm, ohne nach links und rechts zu schauen, folgen“, sieht Dienstel-Kümper durchaus Gefahren durch ungesicherte Übergänge. 

Hoher Aufwand für Sicherheit

Bereits jetzt war der Aufwand für die Sicherheit der Autofrei-Teilnehmer immens: Fast 180 Einsatzkräfte sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Geschehens, das Technische Hilfswerk zeichnete dabei für die Sicherung der Zufahrten verantwortlich, die Märkische Verkehrsgesellschaft stellte Busse und Fahrer zur Verfügung, um Amokfahrten wie in Berlin zu verhindern. 

Autofreies Volmetal 2017 - Teil 1

Autofreies Volmetal 2017 - Teil 2

Autofreies Volmetal 2017 - Teil 3

Autofreies Volmetal 2017 - Teil 4

Verhältnismäßig wenig Vorfälle

Umso erleichterter war die Kreisdirektorin darüber, dass es eine verhältnismäßig verschwindend geringe Zahl an Einsätzen gab: Insgesamt waren es 30, von denen sich einige nicht auf, sondern abseits der Strecke abspielten – wenn etwa ein Anwohner entlang der Strecke ins Krankenhaus transportiert werden musste. In nur vier Fällen mussten Teilnehmer des Autofreien Volmetals zur Kontrolle ins Klinikum gebracht werden – schwere Verletzung seien aber nicht darunter gewesen, betonte Barbara Dienstel-Kümper. „Angesichts der Menge an Teilnehmern zeigt das, dass überwiegend diszipliniert gefahren wurde – und die Raser auf der Strecke wurden schnell von anderen Radlern sanktioniert.“

Schreckminuten für Eltern

Einige Schreckminuten hatten jedoch die Eltern zweier Kinder, die zwischenzeitlich als vermisst gemeldet, letztlich aber doch wiedergefunden wurden. „Die sind mitunter ganz schön weite Strecken alleine geradelt“, erinnert sich die Kreisdirektorin. THW-Zugführer Matthias Oelke berichtete etwa von einem Kind, das in Halver-Oberbrügge vermisst und später in Schalksmühle-Strücken gesichtet wurde. Aufgegriffen wurde der Ausreißer jedoch an ganz anderer Stelle: In Höhe der Abzweigung zur Oedenthaler Mühle auf Lüdenscheider Gebiet.

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