Von Dortmund bis Siegen

Masterplan für den Ausbau der A45 steht fest

Südwestfalen - Mit einem Masterplan sollen der Ausbau und die Erneuerung der A 45 von Dortmund über Lüdenscheid bis nach Siegen sichergestellt werden. Allein für die Talbrücken werden die Kosten auf mehr als 1,3 Milliarden Euro geschätzt. Der Landesbetrieb Straßen.NRW rechnet mit einer Gesamtbauzeit bis 2030.

Die „Lebensader“ für die Bevölkerung Südwestfalens ist wegen der 32 maroden Großbrücken zwischen dem Westhofener Kreuz und der hessischen Landesgrenze schwer angeschlagen. Die Sauerlandlinie soll auf dem knapp einhundert Kilometer langen Teilstück komplett auf sechs Spuren erweitert werden.

Bereits seit zwei Jahren im Bau ist die neue Lennetalbrücke bei Hagen. Für die beiden Talbrücken „Rinsdorf“ und „Rälsbach“ zwischen Siegen und Wilnsdorf werden aktuell die Ausschreibungen vorbereitet, für den Beginn des Neubaus ist die Jahresmitte 2016 vorgesehen, ebenso wie für die Talbrücken „Kattenohl“ und „Brunsbecke“ zwischen Hagen und Lüdenscheid.

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Nach Angaben von Ludger Siebert, Leiter der Niederlassung Siegen des Landesbetriebs, habe die Brunsbecke nur noch „wenig Standzeit“. „Die müssen wir zuerst anpacken.“ Um das Bauwerk Kattenohl zu erreichen, sei noch in diesem Jahr eine „Baufeldräumung“ zwingend notwendig, denn es gebe bislang keine einzige Zuwegung.

Die Talbrücken „Sterbecke“ und „Rahmede“ bei Lüdenscheid sind ab 2018 vorgesehen, die Brücken „Eisern“ zwischen Wilnsdorf und Siegen sollen 2019 folgen. Ein Neubau dauere bis zu fünf Jahre.

 

A45-Masterplan als PDF (hier klicken)

Die drei Industrie- und Handelskammern Dortmund, Hagen und Siegen präsentierten mit dem „Masterplan A 45“ einen Katalog an Vorschlägen, um das größte Bauprojekt in Nordrhein-Westfalen mit Bund, Land, Wirtschaft und der Bevölkerung gemeinsam optimal umzusetzen.

„Mehr als 70.000 Fahrzeuge nutzen täglich die Autobahn, davon bis zu 16.000 Lastwagen. Da werden Verkehrsbeeinträchtigungen in den kommenden Jahren nicht zu vermeiden sein“, so Siebert. Deshalb plädierte Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher von der Universität Siegen für eine frühzeitige Einbindung der Bevölkerung, denn für Umleitungen würden immer wieder Nebenstrecken benötigt. „Es gilt, Ärger über Baulärm und ungewohnte Verkehrsbelastungen zu vermeiden.“

Vor allem das Internet werde als Informationsplattform dienen. Baustellenbesuche mit Brückentouren sollen Fachleuten wie Schulklassen einen Eindruck von dem Mammutprojekt vermitteln.

Verkehrsminister Michael Groschek sieht in der A45 das wichtigste Projekt neben den Rheinbrücken. Für das Gelingen sei es notwendig, dass der Bund die Haushaltsmittel auch jährlich freigebe.

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