Nach Durchsuchung im Kreishaus

Ermittlungen gegen Ex-Landrat Gemke: Anwalt äußert sich zum Verdacht

Mann in Videosequenz im Interview
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Der scheidende Landrat Thomas Gemke ließ sich in seinem Abschiedsvideo auch selbst interviewen.

Gegen Thomas Gemke, ehemaliger Landrat des Märkischen Kreises, wird wegen Verdacht auf Veruntreuung öffentlicher Gelder ermittelt. Jetzt äußert sich sein Anwalt.

Lüdenscheid - Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den ehemaligen Landrat des Märkischen Kreises hat es eine Durchsuchungsaktion gegeben. Bei dieser Razzia im Kreishaus in Lüdenscheid am 22. Januar seien elektronische Daten gesichert worden, die Auswertung dauere an, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen, Jörn Kleimann.

PolitikerThomas Gemke
ParteiCDU
Landrat des Märkischen Kreisesvon 2009 bis 2020

Im Raum stehe der Verdacht gegen den früheren Kommunalpolitiker, öffentliche Gelder veruntreut zu haben. Konkret gehe es um ein Abschiedsvideo für den früheren Landrat Thomas Gemke (CDU) und um eine Abschiedsfeier, die aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden war. (News zum Coronavirus im MK)

Ermittlungen gegen Ex-Landrat Thomas Gemke (MK): Anwalt äußert sich nach Durchsuchung im Kreishaus

Nach elf Jahren im Amt war Gemke bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr angetreten. Sein Anwalt Arnd Katzke sagte: „Die zentrale rechtliche Frage ist, ob eine solche Mittelverwendung nach elf Jahren im Amt einen Veruntreuungstatbestand bedeuten kann.“ Dass Haushaltsmittel in Höhe von ungefähr 3.600 Euro für das Abschiedsvideo verwendet wurden, sei unstrittig, erläuterte Katzke. Er halte das für „sozialadäquat“.

Eigentlich sollte es dem Anwalt zufolge eine Abschiedsfeier geben, den Plan habe man aber wegen der Pandemie aufgegeben. Dafür seien auch keine Mittel aufgewendet worden. Das Video sei dann als Alternative hergestellt worden. Sein Mandant habe gewusst, dass das Geld dafür aus Haushaltsmitteln komme, habe sich darum aber nicht im Einzelnen konkret gekümmert, schilderte Katzke.

Staatsanwaltschaft Kleimann sagte, dem Betroffenen werde nun die Möglichkeit des rechtlichen Gehörs eingeräumt. Wahrscheinlich würden zudem Zeugen befragt, also Mitarbeiter der Verwaltung, die mit den in Rede stehenden Vorgängen befasst gewesen seien. Dass in dem Fall einige Tausend Euro aus dem öffentlichen Haushalt verwendet wurden, sei gesichert. Es solle auch geklärt werden, ob Anweisungen zur Mittel-Verwendung direkt vom früheren Landrat gekommen seien.

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