Unternehmen „zu zentralistisch geführt“

Stadtwerke Lüdenscheid: Grünes Licht für Enervie-Rahmenvertrag

Verwaltungsrats-Vorsitzender Harald Metzger.

Lüdenscheid/Märkischer Kreis - Der Verwaltungsrat der Stadtwerke Lüdenscheid hat sich bei Enthaltungen der Arbeitnehmerseite für den so genannten „Restrukturierungsrahmenvertrag“ ausgesprochen.

Dieser bildet auf der Grundlage des Roland-Berger-Gutachtens das Konzept für die Sanierung und Neuausrichtung der Enervie bis zum Jahr 2019. Bis Ende des Monats hatten die Banken Klarheit gefordert, um die Tilgungsstundung von rund 100 Millionen Euro einzuleiten und der Enervie damit für die nächsten Jahre die notwendige Liquidität zu geben. Nachdem die Aufsichtsräte von Mark-E und Enervie nach teils kontroverser Diskussion den Rahmenvertrag bereits auf den Weg brachten, steht dem inhaltlichen Sanierungskurs nun nichts mehr entgegen. „Es war eine sehr vertrauensvolle Versammlung der Stadtwerke“, unterstrich Verwaltungsrats-Vorsitzender Harald Metzger. Die Vertreter von SPD, CDU, FDP und Grüne in dem Gremium hätten übereinstimmend Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Struwe, der auch Vorstandsmitglied der Enervie ist, das volle Vertrauen ausgesprochen.

Damit habe sich der Verwaltungsrat auch klar von den Äußerungen von Prof. Dr. Heinz-J. Bontrup distanziert, der in einer Stellungnahme für den Gesamtbetriebsrat den Austausch der bisherigen Spitze Struwe/Höhne gefordert hatte. Ausdrücklich sprach sich Metzger für eine Doppelspitze bei Enervie aus. So könne ein Vorstandsmitglied den Schwerpunkt auf Hagen, das andere den Fokus auf Lüdenscheid und die weiteren Anteilseigner legen. „Enervie ist zu zentralistisch geworden. Das war der falsche Schritt“, unterstrich Metzger.

Der Verwaltungsrats-Vorsitzende erinnerte bei der Diskussion um die Enervie-Führung und die Schuldzuweisungen daran, dass der Betriebsrat sämtliche Unternehmens-Entscheidungen mitgetragen habe. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Thomas Majewski habe immer den Kurs des ehemaligen Vorstandssprechers Ivo Grünhagen unterstützt und bei der Diskussion um die Bezüge der Führungsmannschaft noch eine zusätzliche Gehaltsanhebung für seine herausgehobene Funktion durchgesetzt.

Die Stellungnahme von Prof. Bontrup werde der Verwaltungsrat noch diskutieren. Einiges – wie der Verzicht auf die Verzinsung der städtischen Darlehen – sei aber rechtlich gar nicht möglich. Notwendig sei jedoch eine Analyse, um die Ursachen für die Krisensituation zu erforschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare