Neuer Vertrag mit Banken zu "erheblich besseren Konditionen"

Enervie erholt sich schneller

Die Restrukturierungsmaßnahmen bei Enervie greifen deutlich früher als zunächst gedacht.

Märkischer Kreis  - Der heimische Energieversorger Enervie ist weiter auf Erholungskurs. Nach einem guten Geschäftsergebnis 2016 und frühzeitig greifenden Restrukturierungsmaßnahmen vereinbarte der Vorstand mit Banken eine vollständige Neufinanzierung mit „erheblich besseren Konditionen“. Das eröffne dem Unternehmen neue Handlungsspielräume.

Nach Angaben von Unternehmenssprecher Uwe Reuter hat der Energieversorger heute – deutlich früher als erwartet und in vergleichbaren Situationen üblich – den Restrukturierungs-Rahmenvertrag mit den Banken einvernehmlich beendet und eine marktaktuelle Unternehmensfinanzierung mit deutlich günstigeren Konditionen vereinbart. „Dies eröffnet der Enervie-Gruppe neuen Handlungsspielraum für eine erfolgreiche Positionierung mit Produkten und Dienstleistungen – insbesondere in der Region.“

Zur Erinnerung: Enervie war im Zuge der Energiewende mit seinem konventionellen Kraftwerkspark aus Kohle und Gas nicht mehr rentabel am Markt und in tiefrote Zahlen gestürzt. Mitte 2015 lag die Verschuldung bei rund 290 Millionen Euro. Zur Rettung des angeschlagenen Konzerns unterzeichneten wenige Wochen später alle eingebundenen Banken (damals mehr als 30) einen Restrukturierungs-Rahmenvertrag, der die Finanzierung bis Ende 2019 sicherte. Gleichzeitig stellten die drei größten Anteilseigner der Enervie-Gruppe, die Städte Hagen und Lüdenscheid sowie das Unternehmen Remondis, ein gemeinsames Gesellschafterdarlehen in Höhe von 60 Millionen Euro zur Verfügung. Die Beratungsgesellschaft Roland Berger hatte Enervie eine positive Prognose ausgestellt und dafür einen Maßnahmenkatalog aufgestellt. Ein Kernstück: Der Abbau von 450 Stellen auf einen Personalbestand von 820 Beschäftigten bis Ende 2019.

In der aktuellen Situation hat Enervie das Geschäftsjahr 2016 besser als prognostiziert mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 30,2 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen reduzierte die Verschuldung seit Beginn der Restrukturierung von rund 290 auf rund 140 Millionen Euro. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis beschloss die Hauptversammlung am vergangenen Montag einvernehmlich, für das Geschäftsjahr 2016 keine Dividende an die Aktionäre auszuzahlen.

Am neuen Kreditvertrag, der die alte Vereinbarung ablöst, sind insgesamt acht Banken beteiligt. „Wichtiger Bestandteil der Unternehmensfinanzierung bleibt das Aktionärsdarlehen in Höhe von 60 Millionen Euro“, erklärte Reuter weiter.

„Mit dieser Neufinanzierung setzen wir ein deutliches Zeichen für eine erfolgreiche Stabilisierung der Enervie-Gruppe. Für uns ist der frühe Zeitpunkt ein Vertrauensbeweis in die zurückgewonnene finanzielle Solidität des Unternehmens und zugleich eine Motivation, die erfolgreiche Restrukturierung im Sinne der Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter fortzuführen“, zeigte sich Enervie-Vorstandssprecher Erik Höhne zufrieden mit dem erreichten Meilenstein. „Aber wir haben im Rahmen der Neuausrichtung und der vollständigen Restrukturierung noch einen Weg vor uns.“

Markus F. Schmidt, bei Enervie verantwortlich für die Restrukturierung, erklärte: „Neben einer weiterhin notwendigen Kostendisziplin liegt unser Fokus nunmehr auf den im Konzept verankerten Wachstumsmaßnahmen.“

Das Unternehmen werde weiter das Zielbild „Regionalwerk“ konkretisieren. So soll eine Plattform Privat- und Industriekunden sowie Kommunen in Südwestfalen vernetzen.

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