Emotionale Ansprache ans P-Weg-Team

Bürgermeister zeigt „eine sehr, sehr große Geste“

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Bürgermeister Ulrich Schulte entschuldigte sich ausdrücklich beim P-Weg-Team für sein Fehlverhalten.

Plettenberg – Zum zweiten Mal innerhalb von knapp zwei Wochen hat sich Bürgermeister Ulrich Schulte öffentlich entschuldigt. Er bat Peter Tillmann wegen der von ihm gewählten Worte in den sozialen Medien um Verzeihung, doch was der Verwaltungschef am Sonntag beim P-Weg-Finale sagte, hatte noch einmal eine andere Qualität.

Der Bürgermeister versuchte erst gar nicht, ein mögliches Fehlverhalten im Vorfeld des P-Weg-Marathons zu beschönigen. Stattdessen gab er offen zu, „dass da was richtig schief gelaufen ist“. Michael Schröder habe ihn auf ein Riesen-Problem angesprochen, das in der Schwebe sei. „Ich habe es ignoriert. Ich wollte es nicht sehen, ich habe es verdrängt. „Abseits von allen öffentlichen Stellungnahmen“, entschuldigte sich Schulte in aller Form beim P-Weg-Team, nachdem es am Wochenende wie berichtet Irritationen nach einem WDR-Beitrag gab. 

Für die Teammitglieder kam die Ansprache des Bürgermeisters überraschend. „Die Art und Weise wie er sich vor uns in der Öffentlichkeit geäußert hat, fand ich schön. Ich sehe es als eine sehr, sehr große und überraschende Geste“, sagte P-Weg-Organisator Michael Schröder  auf Anfrage unserer Zeitung.

Im Video: Bürgermeister Schulte richtet emotionale Worte ans P-Weg-Team

Zukunftsgespräche Mitte Oktober

Unter Druck gesetzt fühle er sich dadurch nicht, denn die Entscheidung, sich Mitte Oktober zusammenzusetzen und über die Zukunft des P-Weg zu sprechen, sei mit dem Team und dem Bürgermeister so abgestimmt. "Wir wollten das eigentlich früher machen, aber wegen Urlaub und Geschäftsreisen einiger Teammitglieder sind wir erst Mitte Oktober wieder alle an Bord“, so Schröder. 

Man werde dann als Team strukturell entscheiden, wie sich die Zusammenarbeit mit der Verwaltung in den letzten Wochen verbessert habe und ob die Probleme aus dem Weg geräumt wurden. Was die Teamzusammensetzung angeht, seien grundsätzlich jedes Jahr Veränderungen möglich. Ob er selbst im Team weitermache, ließ Schröder gestern offen.

Kay Hömberg und Michael Schröder (re.) zeigte sich überrascht und erfreut über die Ansprache des Bürgermeisters.

T-Shirt-Lieferungen kein aktuelles Problem

 „Ich habe meine Entscheidung schon getroffen und werde sie im Oktober mitteilen“, so der Plettenberger, der den P-Weg einst mit Josef Spahn ins Leben rief. Zum Thema T-Shirt-Lieferungen aus der Türkei erklärte Schröder, dass dies kein aktuelles Problem sei, sondern das Team bereits im letzten Jahr beschäftigt habe. 

Von daher sei der WDR-Bericht ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen worden. Der eigentliche Streitpunkt in diesem Jahr drehte sich bekanntlich um die Ausgabe von 2 000 Kino-Gutscheinen, die die Stadt über das P-Weg-Konto finanzierte, es aber bei der finanziellen Rückabwicklung große Kommunikationsprobleme gab. Dafür übernahm Ulrich Schulte die volle Verantwortung und bat das P-Weg-Team, vom Rücktritt zurückzutreten.

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