Entscheidung gegen Lockerung

Gymnasium im MK bleibt bei Maskenpflicht

Schülerin mit Maske
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Schülerin mit Maske

Ab dem 1. September müssen an weiterführenden Schulen in NRW keine Masken mehr im Unterricht getragen werden. Eine Schule im Kreis MK hat sich gegen die Lockerung entschieden.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Viele jubeln, freuen sich auf morgen. „Wir sind erleichtert, die schrecklichen Masken nicht mehr tragen zu müssen“, sagt Anne Rohde, Leiterin der Sekundarschule.

Ganz anders am Burggymnasium in Altena: Lehrer, Schüler und Eltern haben den dringenden Wunsch, dass der Mund-Nasen-Schutz von allen Beteiligten weiterhin getragen wird. „Wenn die Landesregierung sagt, dass im Unterricht keine Masken mehr getragen werden müssen, kann ich natürlich niemanden zwingen, es doch zu tun. Aber ein großer Teil spricht sich hier dafür aus, und alle wollen an einem Strang ziehen“, sagt Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper, der das Thema „Masken“ am Freitag bei der SV-Vollversammlung ansprach. Und so wird seine Schule eigene Wege gehen. 

Coronavirus: Burggymnasium Altena bleibt bei Maskenpflicht im Unterricht

Obwohl keine Masken-Befürworterin an Schulen ist Sekundarschul-Chefin Anne Rohde auch nicht extrem glücklich über die neueste Entwicklung. Statt eines Masken-Verzichts hätte sich Anne Rohde die Rückkehr zum Arbeiten mit Kleingruppen gewünscht. „Wenn man die Gruppen wie vor den Ferien halbiert hätte, wäre das auf jeden Fall die bessere Lösung gewesen“, meint die Leiterin der Sekundarschule – „auch, wenn die Schüler dann teilweise wieder zu Hause bleiben würden.“

 Für ihre Lehrer und Schüler war die Situation mit den Bedeckungen übrigens eine mittlere Katastrophe: Man verstand sich nicht, musste sich anschreien. War nach einigen Stunden heiser. Von Kopfschmerzen und Unwohlsein ganz zu schweigen. Die Maskenpflicht wurde an der Sekundarschule als extrem belastend empfunden. Anne Rohde erklärt auch, warum das so war: „Die Schüler verstehen die Lehrer nicht, die Lehrer die Schüler nicht.“ Zudem werde alles, was sonst unter nonverbaler Kommunikation laufe, extrem schwierig: „Man kann nicht jemanden lobend anlächeln“, so Anne Rohde. Es müsse also viel mehr geredet werden, ohne wirklich gut reden zu können.

Maskenpflicht im Schulunterricht bis 31. August

In mehreren Schulen des Kreises hat es seit Ferienende Corona-Fälle und entsprechende Schließungen gegeben, – in Altena und Nachrodt hatten die Bildungseinrichtungen bisher Glück. „Gefühlt betrifft es alle Schulen im Umfeld. Ich klopfe hier den ganzen Tag auf Holz“, so Hans-Ulrich Holtkemper. Über seine Schüler sagt er: „Sie tragen alle ganz brav ihre Masken und es scheint für alle okay zu sein.“ Gespannt dürfte er sein, wie es ab morgen ist. Die Lehrer, so sagt der BGA-Chef, seien erstaunt, wie gut es im Unterricht trotz Masken klappe. Auch offene Klassenräume, früher undenkbar, seien im Moment gut möglich.

Merkel-Runde zum Coronavirus: Das gilt jetzt für NRW - keine Maske mehr im Unterricht

„Summa summarum läuft es eigentlich recht gut. Natürlich würden wir uns an der einen oder anderen Stelle wünschen, dass wir noch besser lüften könnten und dass in bestimmten Räumen ein Ventilator stehen würde, aber sonst sind wir zufrieden“, so Hans-Ulrich Holtkemper, der auch selbst unterrichtet und aus seiner persönlichen Erfahrung sagt: „Manche Schüler nuscheln auch ohne Maske. Ich finde es jetzt nicht wesentlich schlimmer als ohne Mund-Nasen-Schutz, vielleicht ein bisschen abgedämpft, aber im großen und ganzen können wir uns alle gut verstehen.“

Coronavirus: Situation in Schulbussen problematisch

In einer Sache sind sich Hans-Ulrich Holtkemper und Anne Rohde aber einig: Die Situation in den Bussen ist problematisch. „Die Kontaktvermeidung wird durch die Schulbusse aufgehoben. Das Land hat Geld zur Verfügung gestellt, damit mehr Busse eingesetzt werden können, aber es fehlt an Bussen.“ Nicht unproblematisch sei auch die Lage an den Bushaltestellen – wenn „die Schüler aus dem Unterricht kommen, gibt es ein Gedränge.“ Lehrer der Sekundarschule beaufsichtigen an den Bushaltestellen und seit Freitag helfen auch Eltern mit. „Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass es beim Einsteigen gesittet abläuft“, erzählt Anne Rohde. Zudem wurden Schüler als Busbegleiter ausgebildet. Dass die Züge und Busse rappelvoll sind und dies der Coronaschutzverordnung widerspricht, findet Schulleiter Holtkemper auch nicht hinnehmbar.

Übrigens: Bei einer Sache drückt doch der Schuh am Gymnasium: Gerade die älteren Schüler tendieren augenscheinlich dazu, die Vorsichtsmaßnahen nicht ganz so ernst zu nehmen. Außerhalb des Schulgeländes setzen sie durchaus öfter die Masken ab, stehen eng beieinander, umarmen sich. „Dann können wir nur appellieren: Leute, ihr gefährdet uns alle“, so Hans-Ulrich Holtkemper. Ob sich die Oberstufen-Schüler an die Masken-Empfehlung ab morgen halten werden, wenn es grundsätzlich keine Pflicht im Unterricht mehr gibt, dürfte die spannende Frage sein.

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