Entscheidung getroffen

Kreistag beschließt Aus für Krankenhaus im MK - So lief die Abstimmung

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Die Demonstranten vor dem Kreishaus. 

[Update, 21.51 Uhr] Lüdenscheid/Iserlohn - Um 20.15 Uhr war das Schicksal des Marienhospitals in Iserlohn-Letmathe besiegelt: Am Jahresende ist Schluss. Der geballte Protest von Belegschaft und Gegnern der Standort-Auflösung stimmte die Abgeordneten nicht mehr um.

Gegen 19.45 Uhr begann die geheime Abstimmung. 34 Kreistagsmitglieder stimmten für die Schließung des Krankenhauses, 24 votierten dagegen. Eine Person enthielt sich. Damit steht seit Donnerstag, 27. Juni 2019, 20.15 Uhr fest: Das Marienhospital wird geschlossen!

In der vorangegangenen Debatte prallten noch einmal die Argumente von Befürwortern und Gegnern einer Schließung aufeinander. Das Marienhospital in Letmathe gehört wie die Stadtklinik in Werdohl und das große Klinikum in Lüdenscheid-Hellersen zum Verbund der Märkischen Kliniken. Die Kernfrage, ob das kleine Krankenhaus in Iserlohn eine Zukunft hat, spaltete dabei große wie kleine Fraktionen, wie den Redebeiträgen zu entnehmen war.

Vor der Debatte hatten sich Vertreter der Belegschaft und Förderer des Krankenhauses zu Wort gemeldet. Das Krankenhaus sterbe durch Nachlässigkeit der Politik im Kreis und der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken. Das Marienhospital habe über acht Jahre den Mutterkonzern ernährt, jetzt sei es nur noch reif für die Abwrackprämie bei einer Schließung.

Demonstranten vor der Tür

Etwa 150 Demonstranten hatten vor Beginn des Kreistages am Kreishaus ihren Unmut über die geplante Entscheidung bekundet. Mit Sprechchören und Plakaten forderten sie den Erhalt des Marienhospitals in Letmathe.

Ein Skelett sollte die Gesundheitsversorgung in Letmathe nach der Schließung symbolisieren. Zuvor hatte der Iserlohner Stadtrat eine Resolution für den Erhalt der Klinik verabschiedet.

Die Demonstranten vor dem Kreishaus. 

Nach der Entscheidung verließen die Demonstranten enttäuscht das Kreishaus, nicht wenige von ihnen mit Tränen in den Augen, war doch soeben eine mehr als 140-jährige Krankenhausgeschichte beendet worden. Ende des Jahres ist Schluss.

Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Märkischen Kliniken hatten sich zuvor für die Schließung ausgesprochen und gaben als Grund dafür wirtschaftliche Gründe und fehlende Zukunftsperspektiven für das 90-Betten-Haus an. Die Politik musste aber noch zustimmen, weil die Märkischen Kliniken eine 100-prozentige Tochter des Märkischen Kreises sind. 

Das Marienhospital in Letmathe

Rund 100 Mitarbeiter sind aktuell in Letmathe beschäftigt. Für sie gibt es eine Jobgarantie. Sie sollen künftig an den verbleibenden Standorten in Werdohl und Lüdenscheid eingesetzt werden. 

Demo für Erhalt des Marienhospitals

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