Eigenes Kraftwerk senkt Energiekosten

MÄRKISCHER KREIS ▪ Fast 365 Tage im Jahr wird elektrische und thermische Leistung abgerufen, so dass das Urteil des technischen Betriebsleiter bei den Wirtschaftsdiensten Hellersen (Widi) nur lauten kann: „Hier lohnt sich das richtig.“ Nicht nur für Christof Hackler ist das neue Blockheizkraftwerk im Gebäude angesichts steigender Energiepreise eine sinnvolle Alternative. Für den gesamten Campus in Lüdenscheid-Hellersen inklusive der Sportklinik ist das Heizkraftwerk ein wesentlich Element, um die Kosten im Gesundheitswesen wenigstens einigermaßen zu kompensieren.

Ein paar Zahlen: Die elektrische Leistung liegt bei 1200 KW was ungefähr 1700 PS entspricht, die thermische Leistung für Heizungswasser liegt ebenfalls bei 1200 KW, für die Dampferzeugung steht ein Drittel zur Verfügung. Sie ist unverzichtbar, denn bei der Widi werden Tag für Tag rund 35 Tonnen Wäsche gereinigt. Die Jahresarbeit des Blockheizkraftwerkes liegt bei rund 6300 Betriebsstunden, mit der jährlichen Stromerzeugung von 8,8 Millionen Kilowattstunden könnten rund 2000 Einfamilienhäuser versorgt werden, mit der Jahreswärmeerzeugung von 7,4 Millionen KWh ließen sich rund 920 Einfamilienhäuser beheizen.

Bei 1,5 Millionen Euro lagen die geplanten Investitionen, Widi-Geschäftsführer Johannes J. Wittenbrink rechnet mit einer Amortisierungsdauer der Anlage von drei Jahren. Trotz beeindruckender Leistungen ist das Heizkraftwerk kein gewaltiger technischer Komplex. Das Notstromaggregat wurde vom Widi-Gelände ins Haupthaus verlegt und in das freie Gebäude die Technik fürs Blockheizkraftwerk eingebaut. Wittebrink: „Wir hätten auch gar keine Möglichkeit gehabt, an dieser Stelle einen Neubau zu errichten.“

Innerhalb von zwei Jahren – vom Auftrag bis zum Dauerbetrieb – wurde die Versorgung auf dem Campus auf neue Beine gestellt und erspart künftig jedem Beteiligten eine stattliche sechsstellige Summe für die Energie-sparte.

Mittlerweile liegen in den Märkischen Kliniken die Aufwändungen für Strom, Gas und Wasser pro Fall über denen für Medikamente. Allein für den Monat Dezember lagen die Energiekosten um 50 Prozent über denen des Vormonats. Geschäftsführer Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schwilk: „Ohne Effizienzsteigerungen in den unterschiedlichsten Bereichen würden uns die Kosten aus dem Ruder laufen.“ Wittenbrink denkt bereits einen Schritt weiter und möchte die Widi-Energie GmbH zu einem Technikcenter ausbauen, das sich als Dienstleister am Markt etabliert – wie schon auf dem Wäschesektor. - be

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