Netz an Ladestationen wird engmaschiger

E-Autos bei der Kreisverwaltung:  Grüne "positiv überrascht"

Der bislang einzige Elektrowagen der Kreisverwaltung, ein Golf, wird von den Nutzern durchweg positiv beurteilt.

Märkischer Kreis - „Wenn die öffentlichen Verwaltungen vorangehen, dann wird das Thema auch populärer.“ Deshalb begrüßt Marcus Tillmann (Grüne) als Vorsitzender des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung die Entscheidung des Kreises, den E-Golf durch ein neues Modell zu ersetzen und im kommenden Jahr zwei weitere Elektrofahrzeuge für den Fuhrpark anzuschaffen.

Mittelfristig wird der Kurierwagen ebenfalls elektrifiziert. „Wir sind positiv überrascht“, erklärte Tillmann für die Fraktion, die das Thema E-Mobilität wegen eines neuen Sofortprogrammes des Landes angestoßen hatte. Einen kompletten Austausch des 19 Wagen umfassenden Fuhrparks hält auch die Klimaschutzbeauftragte des Märkischen Kreises, Petra Schaller, für unrealistisch. 

„Für viele Strecken sind Reichweiten und Ladezeiten noch nicht ausreichend. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.“ Die Aussage wird von einer Studie untermauert. Denn mit den geplanten Ersatzmaßnahmen wird eine Empfehlung der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung umgesetzt. Eine Projektgruppe hatte Fahrzeiten, Nutzungsdauer und Kilometerleistungen eingehend untersucht und ein Potenzial für „bis zu fünf E-Autos“ erkannt. 

Zugleich, so Petra Schaller, werde das Netz an Ladestationen engmaschiger. Im Kreisgebiet sind derzeit 25 öffentliche „Tanksäulen“ für E-Fahrzeuge freigegeben. Viele Städte und Gemeinden investierten in den weiteren Ausbau der Infrastruktur. „Bei dieser Zahl wird es nicht lange bleiben. Wir werden schon bald weitere Stationen haben.“ Dafür ist die Zeit des kostenlosen Ladens vorbei – zumindest im Bereich von Mark-E und den Lüdenscheider Stadtwerken. Der Energieversorger ist dem Verbund „Ladenetz“ beigetreten, dem inzwischen 120 Stadtwerke angeschlossen sind.

 Der Vorteil: Es gibt eine einheitliche Ladekarte für 1200 Stationen in Deutschland. Europaweit sind es inzwischen rund 10 000 Ladepunkte. „Ladenetz“ übernimmt die Abrechnung und kümmert sich um Wartung und Softwarelizenzen. Der Nachteil für den Nutzer: Die Kilowattstunde kostet jetzt 39 Cent. „Ganz schon viel“, befand Heinrich Stüeken (UWG). 

Die Folgen blieben nicht aus. 44 Tankvorgänge pro Woche wurden im September 2017 gemessen, mit der Einführung der Abrechnung im März sackte die Nachfrage fast auf null. „Inzwischen steigt die Nachfrage wieder.“

 Im Kreisgebiet sind (Stand Mai) 178 E- und 1349 Hybridfahrzeuge zugelassen. 85 Prozent der Ladevorgänge finden auf privaten Grundstücken in Garagen oder Carports statt.

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