Belegschaft fordert Verhandlungen

Dura: Kein Kauf für einen Euro

Plettenberg - Die Belegschaft des Plettenberger Unternehmens Dura hat am Donnerstag das Angebot der amerikanischen Konzernspitze, den Bereich Leisten und Blenden für einen Euro zu übernehmen, mit großer Mehrheit abgelehnt.

Auf der kurzfristig anberaumten Betriebsversammlung in der Plettenberger Schützenhalle kam dabei kein Zweifel daran auf, dass das Angebot nicht ernst zu nehmen sei. Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis und Verhandlungsführer auf Arbeitnehmerseite, stellte klar: „Mit diesem Angebot wäre der Standort nicht zu erhalten. Es kommt der Eindruck auf, als wolle der Konzern sich möglicher Sozialplankosten entledigen. Das ist mit uns nicht zu machen.“

Der Dura-Betriebsrat hatte zuvor einen externen Experten eingeschaltet, der das Angebot wirtschaftlich untersuchte. Danach habe es eine ganze Reihe von kritischen Punkten gegeben, so die Gewerkschaft. Ein paar Beispiele:

-  Bestehende Lieferverträge, die Dura mit dem Wissen abgeschlossen hatte, dass sie Verluste erzeugen, gehen eins zu eins über. Der daraus resultierende Verlust von einer Million Euro pro Monat wäre von der neuen Gesellschaft zu tragen. Auch ein Sozialplan für Personalmaßnahmen müsste von der mittellosen neuen Gesellschaft bestritten werden.

-  In den vergangenen Jahren hat die Konzernspitze mehrfach neue Aufträge für die Werke im Sauerland abgelehnt. Bestehende Verträge wurden bereits verlagert.

-  Dura verfügt weder über eigene Management-Kapazitäten noch über Kontakte zu Kunden.

- Das Unternehmen benötigt genügend Eigenkapital (rund 50 Millionen Euro) und Bürgen zur Absicherung.

Kasubke: „Ein Betriebsgelände, das für die Beschäftigung für fast 1500 Menschen ausgelegt ist, wird für 450 Mitarbeiter kaum wirtschaftlich betrieben werden können. Die verlagerten Aufträge sprechen auch nicht dafür, dass hier eine große Zukunft geplant wird.“ Der Gewerkschafter appellieren an die Dura-Eigentümerin Lynn Tilton, sich in die Verhandlungen einzubringen: „Wer sich auf die Fahnen schreibt, Unternehmen zu führen, um Jobs zu retten, sollte sich hier anders verhalten. Sie ist eingeladen, mit den Beschäftigten und uns über die Möglichkeiten zu reden, diesen Standort zu erhalten.“

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