Doppelmord Iserlohn

Video-Aufzeichnungen zeigen Mann am Tatort, bevor er zwei Morde begeht

Videoüberwachung
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Aufnahmen von Videoüberwachungen zeigen den Mann Stunden vor dem Mord am Tatort.

Iserlohn– Nach den Schilderungen der blutigen Geschehnisse am Iserlohner Bahnhof steht nun die Vorgeschichte des zweifachen Tötungsdelikts im Fokus der Beweisaufnahme.

Vor allem Polizeizeugen berichteten über die Auswertung von Überwachungskameras, Navigationsgeräten, Handydaten und Telefonkontakten zwischen den Beteiligten. Dabei wurde deutlich, dass die Beziehung zwischen dem Angeklagten und seiner von ihm getöteten Ehefrau schon seit längerem in einer schweren Krise gesteckt hatte.

Ehemann drohte seiner Frau mit Mord, damit sie zu ihm zurückkommt

Eine Ermittlerin berichtete davon, dass die Frau sich nach einer ersten Trennung bereits in anderen Frauenhäusern aufgehalten hatte, bis der Angeklagte sie durch „Morddrohungen“ zur Rückkehr genötigt habe: „Dann ging sie wieder zu ihrem Mann zurück.“ 

Beim nächsten Trennungsversuch suchte sie Schutz im Iserlohner Frauenhaus. Hier stellte sich die Frage, wie der Angeklagte von dieser neuen Adresse erfuhr: In seiner Wohnung fand die Polizei Kontoauszüge der Getöteten, die belegten, dass sie in Iserlohn mehrfach Geld abgehoben hatte. 

Täter spionierte Ehefrau nach - Zieladressen in Iserlohn im Navi des Angeklagten

Auch andere Post, die an ihre alte Adresse in Bergisch Gladbach gegangen war, hatte er geöffnet. Bei der Auslesung des Navigationsgerätes des Angeklagten wurden verschiedene Zieladressen in Iserlohn gefunden, die er über einen längeren Zeitraum hinweg angefahren und offenbar ausgekundschaftet hatte. 

Durch Textnachrichten setzte er auch seine Frau davon in Kenntnis, dass er wisse, wo sie wohnt. Auch über ihre Schwangerschaft und ihren neuen Partner sei er im Bilde. Dieser wohne „in einem Container(-dorf) in Bergisch Gladbach“. Der später Getötete glaubte an die Macht der Verständigung. 

Neuer Freund fordert Ehefrau auf, mit Ehemann zu sprechen

In einem Chat soll er seine Partnerin aufgefordert haben, mit ihrem Mann zu sprechen: „Sag ihm, er soll sich aus unserem Leben raushalten!“ Seine Freundin ahnte Schlimmes: Sie forderte den Vater ihres Kindes auf, seine typische rote Kappe nicht mehr zu tragen. 

Morddrohungen auch gegen den Nebenbuhler:  „Wenn ich dich treffe, mache ich dich tot!“ 

Hintergrund war die Drohung des Angeklagten an die Adresse seines Nebenbuhlers: Dieser könne nicht einfach eine verheiratete Frau mitnehmen und schwängern. Damit verbunden war eine Drohung: Er habe seinen Widersacher „mit Kappe an der Tankstelle“ gesehen – er kenne deshalb sein Gesicht. „Wenn ich dich treffe, mache ich dich tot!“ 

Videoaufnahmen zeigen Täter schon Stunden vor der Tat am Bahnhof

Aus dem Bahnhof Iserlohn und dem benachbarten Parkhaus konnten zahlreiche Videoaufzeichnungen vom Tattag gesichert werden. Ihre Auswertung machte deutlich, dass der Angeklagte sich an jenem Samstagvormittag bereits stundenlang im Bereich des Bahnhofs aufgehalten hatte und zwischen der Bahnhofshalle, dem Parkhaus und dem Busbahnhof „immer hin und her, rein und raus“ gegangen war, wie es die Vorsitzende Richterin formulierte. Später tötete er mit einem Messer seine Ehefrau und den Nebenbuhler. Anschließend machte er Handyfotos seines Opfers. Das Baby des Paars wurde von Mitgliedern einer Hochzeitsgesellschaft gerettet. 

Berichte über den Doppelmord von Iserlohn

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