Prozess geht weiter

Doppelmord in Iserlohn: Großeltern verzweifelt - Wo ist das Baby?

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Das schreckliche Geschehen spielte sich am Werdohler Bahnhof ab.

Wo ist das Baby, das durch das zweifache Tötungsdelikt am Iserlohner Bahnhof zur Vollwaise wurde? Die Großeltern sind verzweifelt.

  • Nach dem Doppelmord in Iserlohn möchten die Großeltern das Baby sehen
  • Das Landgericht Hagen kennt den Aufenthaltsort nicht
  • Vor Gericht werden neue Details zur bestialischen Tat bekannt

Hagen/Iserlohn - Auf Frage nach dem Verbleib des Babys hätten die Großeltern des Kindes bisher keine Antwort bekommen, berichtete der Neffe des getöteten Kindsvaters im Landgericht Hagen. „Die Großeltern möchten das Kind sehen“, wandte sich der 33-Jährige, der aus Bremen angereist war, an alle Prozessbeteiligten. „Ich bitte euch!“

Nach dem bestialischen Doppelmord am Bahnhof in Iserlohn im August 2019 wurde das Baby der beiden Getöteten von einer Hochzeitsgesellschaft aus dem Auto gerettetVideo-Aufzeichnungen zeigen den Täter am Tatort, bevor er die zwei Morde mit dem Messer beging.

Doppelmord von Iserlohn: Wo ist das Baby der Getöteten?

Die Vorsitzende Richterin Heike Hartmann-Garschagen erklärte dem Neffen im Gericht, sie wisse auch nicht, wo das Kind untergebracht worden sei. Ebenso wisse sie nicht, warum der Aufenthaltsort des Kindes nicht mitgeteilt werde. Staatsanwalt Michael Burggräf bot sich als Vermittler an, um den zuständigen Stellen den Wunsch der Familie mitzuteilen.

Aus den vielen Morddrohungen des Angeklagten, von denen diverse Zeugen berichteten, ragte eine Bemerkung heraus. Zwei Tage nach der Geburt des Babys besuchte die Cousine der später getöteten Mutter und das Kind im Krankenhaus. Bei dieser Gelegenheit habe ihre Cousine ihr erzählt, dass ihr Mann angekündigt habe, er werde „dem Baby nichts tun, weil es keine Schuld habe“. Ihre Cousine habe seine Morddrohungen nicht ernst genommen, erinnerte sich die Zeugin: „Sie glaubte nicht, dass er das tun werde.“

Doppelmord von Iserlohn: Drohungen des Ex

Mehrere Zeugen berichteten davon, dass sie dem späteren Opfer empfohlen hatten, sich wegen der handfesten Drohungen und Misshandlungen von seinem Mann fernzuhalten. Eine Zeugin, die sich in Bergisch Gladbach ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert hatte, hatte den später Getöteten gut kennengelernt.

Er habe ihr erzählt, dass er sich bedroht fühlte, nachdem der Ehemann seiner Freundin in seinem Sprachkurs aufgetaucht war und Drohungen geäußert hatte. Bei dieser Begegnung hatte der Angeklagte seinen Nebenbuhler aber offenbar nicht erkannt, von dem er nur ein Profilbild hatte: „Wenn ich den finde, der auf dem Bild ist, bringe ich ihn um“, soll er dem späteren Opfer gesagt haben.

Täter: "Wenn ich den finde, bringe ich ihn um"

Der Bremer Neffe des Getöteten hatte etwa drei Monate vor der Tat auch dessen schwangere Freundin kennengelernt: „Sie haben sich geliebt. Sie waren sehr harmonisch miteinander“, sagte er.

Sein Onkel habe ihm erzählt, dass der Angeklagte seine Frau geschlagen und ihr die Haare abgeschnitten habe. Von solchen Übergriffen des Angeklagten gegenüber seiner Ehefrau berichteten auch andere Zeugen: Sie sei aufgrund dieser Schläge und ihrer Verletzungen über Tage und Wochen nicht in der Lage gewesen, das Haus zu verlassen.

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