FDP-Bundestagskandidat

Überzeugter Landbewohner

FDP-Bundestagskandidat Jochen Lipproß aus Ispei mit Peppa und Mokka.
+
FDP-Bundestagskandidat Jochen Lipproß aus Ispei mit Peppa und Mokka.

Märkischer Kreis – Es ist ein Haus, das so im ländlichen Sauerland noch häufiger zu sehen ist: großzügig mit weiten Dachüberständen und viel Holz. Jochen Lipproß wohnt in so einem Haus – mit üppigem Grundstück, viel Grün ist drumherum. Der Wald ist nah. Das Haus liegt etwas abseits von der wenig befahrenen Hauptverkehrsstraße im abgelegenen Stephanopeler Tal – in Ispei. Es ist idyllisch. Und Familie Lipproß vermietet an Feriengäste.

Dabei ist der FDP-Bundestagskandidat Jochen Lipproß ursprünglich ein Dortmunder Stadtkind. Doch seine Liebe zu Hunden und der Umgang mit zupackenden Dörflern haben ihn zum überzeugten Landbewohner gemacht. Den Unterschied zum Wohnsitz in Großstädten beschreibt er so: „Der Großstädter ruft das Ordnungsamt an, auf dem Land wird selber angepackt.“

Große Familie

Dass Jochen Lipproß nun so wohnt, hat er auch seiner Entschlussfreudigkeit zu verdanken. Er „bekam spitz, dass hier ein Architekt ein Großprojekt mit Terrassenhäusern“ realisieren wollte. Lipproß kratzte sein Geld zusammen und erwarb das Grundstück, „um Schlimmeres zu verhindern“, verkaufte sein altes Haus und baute sein neues. Das Haus ist auf eine große Familie ausgelegt. Der Esstisch ist üppig und bietet viel Platz. Vier Kinder hat das Ehepaar Lipproß. Holz dominiert: Kiefertisch, Kiefertüren, Holzdecke mit Holzbalken. Es ist zudem ein FDP-Haushalt, Werbematerial ist an einigen Ecken zu sehen – und seine Ehefrau hält seit Jahren den Ortsverein in Hemer hoch, der es im Rat auf Fraktionsstärke bringt. Zum Haushalt gehören auch die beiden Hunde Peppa und Mokka. Sie gehorchen auf Pfiff und Kommando. „Die kann ich von flüchtendem Rehwild abrufen.“ Auch Kunststückchen sind drin: Der eine springt wie der Blitz durch seine zum Kreis geformten Arme, der andere landet auf seinem gebeugten Rücken.

EEG-Gesetz abschaffen

Lipproß ist leitender Angestellter bei einem Entsorgungsunternehmen, er kümmert sich dort um das Recyceln von Biomasse und darf sich jeden Tag mit komplizierten Richtlinien und Gesetzen beschäftigen. Ein Thema, das ihn schnell in Fahrt bringt. Die Brücke zum Thema Umwelt und Klima ist so schnell geschlagen.

Joochen Lipproß, FDP-Bundestagskandidat für den Wahlkreis MK2 151

Vor diesem Hintergrund findet er den FDP-Flyer „Es gibt viel zu tun“ sehr gut. Er ist d’accord mit dem CO2-Zertifikate-Handel unter Einbeziehung Europas als Ersatz für das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Das Produzieren mit Kohlendioxidausstoß werde also ernsthaft begrenzt, ein Marktpreis würde entstehen. Er liegt damit klar auf FDP-Linie. Was das alles bedeuten kann, deutet er allerdings auch nur an: Es bedeutet Verzicht. Und die Sache mit dem Klima nimmt der gelernte Diplom-Agrar-Ingenieur sehr ernst und hat schon berufsbedingt mehr Einblick in diese Materie, als ihm offenbar lieb ist.
Lipproß ist für den starken Staat insofern, dass er den klaren gesetzlichen Rahmen setzt. Er sei „für einen Staat, der weiß, was er tut“. Leider habe man aktuell keine klaren Regeln mehr, es gebe viel Flickwerk.

„Paul Ziemiak rauskicken“

Von gewaltigen bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Regelwerken hält er dabei nichts. Verantwortung innerhalb klar definierter und einfacher Schranken soll an den Bürger zurückgegeben werden. Denn – nie gab es mehr zu tun. Zurücklehnen und Forderungen an die Politik zu stellen sei vor diesem Szenario der falsche Weg. Klimaschutz ist für ihn essenziell. „Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, brauchen wir Veränderungsgeschwindigkeit.“ Dabei seien eben die Dimensionen der Veränderung in einer Größenordnung, die die meisten Deutschen noch nicht begriffen hätten. Mehr Arbeit, mehr Einsatz sei gefordert. Dass all das gelingt, da ist er optimistisch. „Wir sehen es doch im Ahrtal, dass der Mensch solidarisch ist. Dieser Wille zur Hilfsbereitschaft ist da.“ Der 64-Jährige ist nun nach einer Pause zum dritten Mal Bundestagskandidat der FDP. Zuletzt holte er bei seiner Kandidatur im Jahr 2005 3,8 Prozent der Erststimmen und 9,5 Prozent der Zweitstimmen. Sein Listenplatz ist für ihn unwichtig. „Ich bin ein Freund des Direktmandats. „Entweder ich kicke den Paul Ziemiak raus – oder eben nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare