Sie hatte Kontakt zu einem Infizierten

Unter Coronavirus-Verdacht: Frau aus MK ist eine von 77 Betroffenen in Quarantäne

Coronavirus - Hygiene
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Bei der Frau aus dem Märkischen Kreis verlief ein Schnelltest negativ. Dennoch wurde ihr Blut abgenommen für einen weiteren Test. (Symbolbild)

Märkischer Kreis – Marina K.* hatte direkten Kontakt zu einem positiv auf das Coronavirus getesteten Lüdenscheider. Das wusste sie allerdings erst nicht.

  • Eine Frau aus dem Märkischen Kreis hatte Kontakt zu einem Infizierten
  • Als die Frau Symptome bekommt, wendet sie sich ans Klinikum Hellersen
  • Das Gesundheitsamt ordnet häusliche Quarantäne an

Bis jetzt ist Marina K.* noch ohne Befund. Aber die Symptome sind erheblich: Husten, Schnupfen, Schwindel, Bauchschmerzen. „Ab und zu auch Schüttelfrost“, erzählt die junge Frau, die seit der vergangenen Woche unter häuslicher Quarantäne steht.

Sie litt unter starken Kopfschmerzen und ersten Grippesymptomen, als sie den Entschluss fasste, sich in der Klinik Hellersen (Lüdenscheid) untersuchen zu lassen. Ein erster Corona-Schnelltest war negativ. Und auch der Influenza-Test war negativ. 

Verdacht auf Coronavirus, weil Marina K. Kontakt zu einem Infizierten hatte

Der Patientin wurde auch Blut abgenommen. „Man wollte alles zur Charité nach Berlin schicken“, erzählt Marina K. Warum zur Charité, das weiß sie nicht. Das Institut für Virologie der Berliner Charité arbeitet daran, so schnell wie möglich ein Medikament zu finden, das gegen das Coronavirus wirkt und will auch andere Institute in Europa einbinden.

Das Bundesforschungsministerium hat die Förderung der Virologie um zehn Millionen Euro aufgestockt. Dabei geht es um einen möglichen Einsatz vorhandener Medikamente und die Entwicklung neuer Medikamente gegen die Erkrankung Covid-19, die durch das Virus verursacht wird. 

Kreisgesundheitsamt ordnet für Marina K. am Telefon häusliche Quarantäne an

Nachmittags klingelte unterdessen das Telefon bei der unter Quarantäne stehenden Frau, die in einer kleinen Stadt des Märkischen Kreises wohnt. Das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises in Lüdenscheid stufte sie als Kategorie-1-Patientin ein. 

„Ich muss jetzt ein Tagebuch führen, mit allen Tagesdaten und meinen Symptomen. Und jeden Tag ruft das Gesundheitsamt an und fragt, wie es mir geht.“ Tatsächlich geht es ihr nicht gut. Und sie ist durch eine Vorerkrankung eine Risikopatientin. 

+++Coronavirus: Kontaktadressen und Infors für Bürger aus dem Märkischen Kreis+++

Die Aufregung, aber auch die Sorge, sich tatsächlich infiziert zu haben, ist groß, wenn Marina K. auch versucht, so gelassen wie möglich zu bleiben. „Ich kriege allerdings einen Budenkoller“, erzählt sie und lacht am Telefon. 

Marina K. darf das Haus nicht verlassen - gut, dass es Familie und Freunde gibt, die sie versorgen

„Ich schlafe viel, lese viel, zappe durchs Fernsehprogramm, mache Hausarbeit. Es ist langweilig. Wenn man nicht raus darf, ist es schon ein komisches Gefühl.“ Genug zu essen hat sie im Haus, obwohl sie sich im Vorfeld nicht an den Hamsterkäufen beteiligt hatte. 

„Ich war vorletzte Woche im Aldi, da gab es kein Klopapier mehr. Ich dachte: Was geht denn hier ab? Ich hielt das für bescheuert.“ Tatsächlich ist es das aus ihrer Sicht immer noch. Denn die Freunde springen gerne ein, stellen Einkäufe oder, wie am Sonntag, Waffeln vor die Tür. 

Ihr Mann wurde vom Amt nicht unter Quarantäne gestellt - "ein Witz", sagt Marina K.

Übrigens: Ihr Mann wurde nicht unter Quarantäne gestellt, was Marina K. durchaus merkwürdig findet. „Ein Witz. Wenn ich dann doch positiv bin, dann hat er es sicher auch.“ Ein zweiter Test wird Ende dieser Woche durchgeführt – und auch Nachricht von der Charité Berlin dürfte dann gekommen sein.

Alle Informationen im Newsticker zum Coronavirus im Märkischen Kreis und über die Entwicklungen im Land Nordrhein-Westfalen

*Name wurde von der Redaktion geändert

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